2027: Was sich für Autofahrer ändert - alle Neuerungen im Überblick
Die wichtigsten Änderungen für Autofahrer im Jahr 2027 betreffen den Führerschein, Neuwagen und die laufenden Kosten. Führerscheine, die zwischen 2002 und 2004 ausgestellt wurden, müssen bis zum 19. Januar 2027 umgetauscht werden. Neue Autos benötigen ab Januar den modernen Notruf NG-eCall und ab Ende November die Abgasnorm Euro 7. Dein jetziges Auto, Deine Reifen und Deine Räder sind davon nicht betroffen. Hier findest Du alle Termine und den aktuellen Stand im Überblick.
Inhaltsverzeichnis
Was ändert sich 2027 für Autofahrer? Alle Termine im Überblick
Viele neue Regeln treten am 1. Januar 2027 in Kraft, weitere folgen über das Jahr verteilt bis Ende November. Die folgende Tabelle zeigt jeden Termin mit dem dazugehörigen Stand. Beschlossen bedeutet dabei: Die Regelung ist bereits in einem Gesetz oder einer EU-Verordnung verankert. Geplant heißt: Inhalt oder Termin können sich noch ändern. Der Hinweis veröffentlicht steht bei den neu berechneten Versicherungsklassen.
| Datum | Änderung | Wer betroffen | Stand |
|---|---|---|---|
| ganzes Jahr | CO2-Preis bleibt im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne | alle, die tanken | geplant |
| ganzes Jahr | HU-Plakette ist gelb | Autos mit HU-Termin 2027 | beschlossen |
| ganzes Jahr | Förderung bis 6.000 Euro für E-Autos läuft weiter | private Käufer | beschlossen |
| ganzes Jahr | Fahrschulreform mit neuer Theorie und kürzerer Prüfung | Fahranfänger | geplant |
| ganzes Jahr | neue Typklassen in der Kfz-Versicherung | Fahrzeughalter | veröffentlicht |
| 01.01.2027 | THG-Quote steigt von 12 auf 17,5 Prozent | alle, die tanken (indirekt) | beschlossen |
| 01.01.2027 | Neuzulassung nur mit NG-eCall über 4G oder 5G | Käufer von Neuwagen | beschlossen |
| 01.01.2027 | Kartenzahlung an Ladepunkten ab 50 kW im TEN-V-Netz | E-Auto-Fahrer | beschlossen |
| 01.01.2027 | neue Regionalklassen in der Kfz-Versicherung (meist ab diesem Datum) | Fahrzeughalter | veröffentlicht |
| 01.01.2027 | strengerer Faktor für den elektrischen Fahranteil bei neuen Typen von Plug-in-Hybriden (Euro 6e-bis-FCM) | Käufer neuer Plug-in-Hybride | geplant, unsicher |
| 19.01.2027 | Umtauschfrist für Führerscheine mit Ausstellungsjahr 2002 bis 2004 | Inhaber dieser Führerscheine | beschlossen |
| 31.01.2027 | Klebevignette 2026 in Österreich läuft ab, danach nur noch digital | Fahrten nach Österreich | beschlossen |
| 18.02.2027 | Batteriepass für neue E-Auto-Batterien | Hersteller | beschlossen |
| 01.05.2027 | digitale Vignette in Belgien, 90 bis 125 Euro pro Jahr | Fahrten nach Belgien | geplant |
| 20.07.2027 | Frist für die EU-Staaten: mehr Verkehrsverstöße werden grenzüberschreitend verfolgt | Autofahrer im EU-Ausland | beschlossen |
| 29.11.2027 | Euro 7 gilt für alle Neuzulassungen | Neuwagen, nicht der Bestand | beschlossen |
| 31.12.2027 | letzter Tag für die Sonderabschreibung von 75 Prozent auf E-Firmenwagen | Unternehmen | beschlossen |
Bei der Hauptuntersuchung steht die Farbe schon fest: Die HU-Plakette für das Jahr 2027 ist gelb. Laut der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) wechseln die Farben in einem festen Zyklus von sechs Jahren, weshalb auch die Plaketten für 2009, 2015 und 2021 gelb waren. Trägt die gelbe Plakette an Deinem Kennzeichen die Zahl 27, ist Dein Auto 2027 zur HU fällig.
Einige Themen kennst Du vielleicht schon aus den Neuerungen für Autofahrer aus dem Jahr 2025, allen voran den schrittweisen Umtausch alter Führerscheine sowie den CO2-Preis.
Was 2027 noch nicht kommt
- EU-Emissionshandel ETS2: Der europäische CO2-Handel für Kraftstoffe startet erst am 1. Januar 2028 und somit ein Jahr später als ursprünglich geplant.
- Reform der Hauptuntersuchung: Die EU verhandelt noch darüber. Für das Jahr 2027 bleibt bei der HU alles so, wie Du es kennst.
- Neue EU-Führerscheinregeln: Die überarbeitete EU-Führerscheinrichtlinie wird erst 2029 und 2030 wirksam.
- Neue Pflicht-Assistenzsysteme: Für Pkw tritt 2027 keine weitere Stufe der EU-Vorgaben für Sicherheitssysteme (GSR2) in Kraft.
- Neue Umweltzonen: Für das Jahr 2027 sind bislang keine neuen Umweltzonen angekündigt.
Wird Tanken 2027 teurer?
Ein Preissprung durch den CO2-Preis ist für 2027 nach aktuellen Plänen nicht vorgesehen. Fest steht hingegen, dass die THG-Quote steigt, was den Spritpreis indirekt beeinflussen kann.
Den CO2-Preis auf Benzin und Diesel regelt in Deutschland das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Für 2027 ist derselbe Preiskorridor wie für 2026 geplant, also 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2. Der Bundestag hat darüber jedoch noch nicht abschließend entschieden. Der Hintergrund ist eine Verschiebung auf EU-Ebene: Der neue europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, kurz ETS2, sollte ursprünglich 2027 starten. Die EU hat den Start per Verordnung auf den 1. Januar 2028 verlegt. Bis dahin bleibt das nationale System bestehen. Für Dich bedeutet das: Aus dem CO2-Preis allein resultiert 2027 nach heutigem Stand kein neuer Aufschlag an der Zapfsäule. Bleibt der Korridor wie geplant bestehen, bewegt sich der Preis pro Tonne in denselben Grenzen wie 2026.
Fest beschlossen ist hingegen die höhere Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote. Diese Quote legt fest, um wie viel Prozent die Anbieter von Kraftstoffen die Treibhausgasemissionen ihrer Produkte senken müssen. Zum 1. Januar 2027 steigt sie von 12 auf 17,5 Prozent. Die Kosten dafür können über den Spritpreis bei Dir ankommen. Wie stark, lässt sich heute nicht seriös beziffern, deshalb findest Du hier auch keine Prognose in Cent pro Liter.
Führerschein 2027: Wer muss umtauschen, und was ändert sich?
Wenn Dein Führerschein zwischen 2002 und 2004 ausgestellt wurde, musst Du ihn bis zum 19. Januar 2027 umtauschen. Das ist in der Anlage 8e der Fahrerlaubnis-Verordnung geregelt. Entscheidend ist dabei das Ausstellungsjahr, nicht Dein Geburtsjahr. Nach Ablauf der Frist verliert das alte Dokument seine Gültigkeit, während Deine Fahrerlaubnis selbst bestehen bleibt. Den neuen Führerschein beantragst Du bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde Deiner Stadt oder Deines Kreises.
Geplant, aber noch nicht beschlossen ist eine Reform der Fahrschulausbildung. Dem aktuellen Entwurf zufolge soll der Theorieunterricht künftig auch ohne Anwesenheit in der Fahrschule möglich sein. Der Fragenkatalog für die Theorieprüfung soll von 1.169 auf 840 Fragen reduziert werden, und die praktische Prüfung soll 25 statt bisher 30 Minuten dauern. Ein Start ist für das Jahr 2027 vorgesehen, allerdings steht die Zustimmung des Bundesrats noch aus. Wenn Du gerade mit der Fahrschule beginnst, solltest Du Dich daher auf den aktuellen Ablauf einstellen.
Auch beim digitalen Führerschein ist der Termin noch offen. Er soll über die i-Kfz-App direkt auf Dein Smartphone kommen, wobei ursprünglich ein Start für Ende 2026 angestrebt war. Die Nutzung bleibt freiwillig, und die Karte in Deinem Geldbeutel behält ihre Gültigkeit.
Neuwagen ab 2027: Was gilt für neu zugelassene Autos?
Für Autos, die im Jahr 2027 neu zugelassen werden, gelten drei neue Vorgaben: der moderne Notruf NG-eCall, der Batteriepass für E-Autos und gegen Jahresende die Abgasnorm Euro 7. Für Fahrzeuge, die bereits zugelassen sind, ändert sich durch diese Neuerungen nichts.
- NG-eCallAb dem 1. Januar 2027 erhalten Neuwagen nur noch dann eine Zulassung, wenn der automatische Notruf über das 4G- oder 5G-Netz funktioniert. Die rechtliche Grundlage bildet die Delegierte Verordnung (EU) 2024/1180. Eine Nachrüstpflicht für ältere Autos besteht nicht.
- BatteriepassAb dem 18. Februar 2027 benötigen neue Batterien für E-Autos einen digitalen Pass mit Angaben zur Batterie. So schreibt es die EU-Batterieverordnung vor, die Pflicht liegt beim Hersteller.
- Euro 7Für neue Fahrzeugtypen gilt diese Norm bereits seit dem 29. November 2026, für alle Neuzulassungen ab dem 29. November 2027. Euro 7 begrenzt erstmals auch den Bremsstaub und schreibt eine Mindesthaltbarkeit für die Batterien von E-Autos vor.
Die genauen Zahlen dazu findest Du in der EU-Verordnung zu Euro 7. Beim Bremsstaub (PM10) liegt der zulässige Grenzwert für Pkw bei 7 Milligramm pro Kilometer, für reine E-Autos bei 3 Milligramm. Die Batterie eines E-Autos muss nach 5 Jahren oder 100.000 Kilometern noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen, nach 8 Jahren oder 160.000 Kilometern noch 72 Prozent.
Wenn Du bereits ein Auto fährst, betrifft Dich die Euro-7-Norm nicht. Die Regelung gilt ausschließlich für Neuzulassungen. Dein Fahrzeug behält seine Zulassung, und Nachrüstungen sind nicht vorgeschrieben.
Noch unsicher ist eine Änderung bei Plug-in-Hybriden. Mit der Abgasstufe Euro 6e-bis-FCM soll für neue Fahrzeugtypen ab dem 1. Januar 2027 ein strengerer Faktor für den elektrischen Fahranteil gelten. Da eine Entscheidung im Rat der EU noch aussteht, ist dieser Punkt ausdrücklich nur geplant.
Euro 7 und Reifen: Was ändert sich 2027 für Deine Räder?
Für Deine Reifen und Räder ändert sich im Jahr 2027 nichts. Die Euro-7-Norm führt zwar erstmals Grenzwerte für den Reifenabrieb ein, diese greifen jedoch erst später und gelten zunächst nur für neue Reifentypen.
Unter Abrieb versteht man die feinen Partikel, die sich während der Fahrt von der Lauffläche lösen. Für Pkw-Reifen, in der Fachsprache als Klasse C1 bezeichnet, sieht die Euro-7-Regelung einen festen Zeitplan vor. Neue Reifentypen müssen die Grenzwerte ab dem 1. Juli 2028 einhalten. Ab dem 1. Juli 2030 dürfen C1-Reifen ohne entsprechende Zulassung nach Euro 7 nicht mehr verkauft werden. Für das Jahr 2027 bedeutet das: Jeder Reifen, der heute im Handel erhältlich ist, darf weiterhin verkauft und gefahren werden. Auch ein montierter Radsatz bleibt davon unberührt, egal ob Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen. Wenn Du 2027 neue Kompletträder kaufst, musst Du Dir wegen Euro 7 also keine Gedanken um die Zulässigkeit machen. Die Bremsstaub-Grenzwerte aus dem vorherigen Abschnitt betreffen ebenfalls nur neue Fahrzeuge und nicht die Bremsen hinter Deinen Felgen.
Auch das EU-Reifenlabel bleibt 2027 unverändert. Eine Angabe zum Abrieb soll später dazukommen, ein Termin dafür steht noch nicht fest. Beim Reifenkauf vergleichst Du somit weiterhin den Rollwiderstand, die Nasshaftung und das Abrollgeräusch.
Beim Reifendruckkontrollsystem bleibt ebenfalls alles beim Alten. Für das RDKS gibt es 2027 keine neuen Vorgaben. Wenn Dein Auto über ein direkt messendes System verfügt, gehören in jeden Radsatz passende Sensoren, daran ändert sich nichts.
Was Du beim Räderkauf 2027 beachtest
- Passende Größe wählen: Entscheidend ist, welche Rad-Reifen-Kombination für Dein Modell freigegeben ist. Die erlaubten Felgen- und Reifengrößen findest Du in Deinen Fahrzeugpapieren und in den Freigaben des Herstellers.
- Auf die Freigabe achten: Originale Felgen von Audi, BMW, Mercedes und Porsche bringen die passende Herstellerfreigabe direkt mit. Das erspart Dir eine Einzelabnahme beim TÜV.
- Winterreifen richtig erkennen: Als Winterreifen gelten weiterhin nur Reifen mit dem Alpine-Symbol, also dem Bergpiktogramm mit der Schneeflocke auf der Reifenflanke.
- Komplettradsatz wählen: Vier Kompletträder kommen fahrfertig montiert und ausgewuchtet bei Dir an. So sparst Du Dir einen zusätzlichen Termin in der Werkstatt.
E-Auto 2027: Welche Vorteile und Pflichten gelten?
Wenn Du 2027 ein E-Auto fährst oder kaufst, profitierst Du weiterhin von der Steuerbefreiung und der staatlichen Förderung. Neu ist ab Januar die Kartenzahlung an vielen Schnellladern.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Ladepunkte mit einer Leistung von mindestens 50 kW im transeuropäischen Verkehrsnetz, kurz TEN-V, die Zahlung mit Karte ermöglichen. Das schreibt die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) vor. Diese Pflicht gilt ausdrücklich auch für Ladesäulen, die bereits zuvor in Betrieb waren. Zum TEN-V-Netz gehören die wichtigen Fernstraßen in Europa, also genau die Strecken, auf denen Du unterwegs Strom nachlädst. Dort benötigst Du dann keine Lade-App und keine Ladekarte eines bestimmten Anbieters mehr, um spontan zu laden. Gerade bei Fahrten ins Ausland entfällt damit ein typischer Planungsschritt. Du hältst Deine Karte an das Terminal, wie Du es vom Bezahlen im Supermarkt kennst.
Bei der Kfz-Steuer bleibt es bei der Befreiung: Reine E-Autos mit einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 sind steuerfrei, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2035. Diese Regelung hat der Gesetzgeber 2025 im Bundesgesetzblatt festgeschrieben.
Die staatliche Förderung für private Käufer läuft auch im Jahr 2027 weiter. Der Zuschuss beträgt bis zu 6.000 Euro für ein reines E-Auto und bis zu 4.500 Euro für Plug-in-Hybride sowie E-Autos mit Reichweitenverlängerer. Gefördert wird bis zu einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro im Jahr. Für jedes Kind steigt die Grenze um 5.000 Euro, bei bis zu zwei Kindern also auf höchstens 90.000 Euro.
Für Unternehmen gilt eine Sonderabschreibung: Wer ein E-Auto als Firmenwagen bis zum 31. Dezember 2027 anschafft, kann gemäß § 7 Abs. 2a des Einkommensteuergesetzes im ersten Jahr 75 Prozent der Kosten abschreiben.
Kfz-Versicherung 2027: Wird es teurer?
Für viele Autofahrer ändert sich 2027 der Versicherungsbeitrag, da die Regionalklassen und Typklassen neu eingestuft wurden. Ob es für Dich teurer oder günstiger wird, hängt von Deinem Wohnort und Deinem Fahrzeugmodell ab.
Die Regionalklasse richtet sich nach dem Zulassungsbezirk und der Schadenbilanz in dieser Region. In der Kfz-Haftpflichtversicherung rutschen für 2027 rund 4,8 Millionen Fahrzeughalter in eine schlechtere Klasse, rund 5,2 Millionen in eine bessere. Die neuen Regionalklassen gelten in der Regel ab dem 1. Januar 2027.
Die Typklasse hängt dagegen vom Automodell ab. Wie oft und wie teuer Schäden bei diesem Modell waren, bestimmt die Einstufung. Für das Jahr 2027 kommen in der Haftpflicht rund 7,4 Millionen Fahrzeughalter in eine höhere Typklasse, für rund 5,1 Millionen sinkt sie.
Deine neue Einstufung siehst Du in der Beitragsrechnung für 2027. Steigt Dein Beitrag, lohnt sich ein Vergleich der Tarife.
Autofahren im Ausland 2027: Was ändert sich bei Vignette und Bußgeldern?
Für Fahrten nach Österreich benötigst Du 2027 die digitale Vignette, Belgien plant die Einführung einer eigenen Maut, und Bußgelder aus anderen EU-Ländern werden künftig für mehr Verstöße als bisher grenzüberschreitend verfolgt.
In Österreich gibt es ab dem Vignettenjahr 2027 ausschließlich die digitale Vignette. Die klassische Klebevignette für 2026 ist nur noch bis zum 31. Januar 2027 gültig. Danach bist Du nur noch mit der digitalen Variante legal unterwegs, die an Dein Kennzeichen gebunden ist.
Belgien plant ab dem 1. Mai 2027 ebenfalls die Einführung einer digitalen Vignette. Im Gespräch sind 90 bis 125 Euro pro Jahr. Da das noch nicht beschlossen ist, können sich Preis und Termin noch ändern.
Bei Bußgeldern wird die Durchsetzung strenger. Die EU-Richtlinie 2024/3237 erweitert die Liste der Verkehrsverstöße, die über Ländergrenzen hinweg verfolgt werden. Die Mitgliedstaaten müssen diese Vorgaben bis zum 20. Juli 2027 in nationales Recht umsetzen. Ein Strafzettel aus dem Urlaub erreicht Dich danach eher zu Hause als bisher.
Fazit: Was 2027 für Dich wirklich zählt
Für die meisten Autofahrer sind im Jahr 2027 zwei Termine von direkter Bedeutung: der Umtausch von Führerscheinen aus den Ausstellungsjahren 2002 bis 2004 bis zum 19. Januar sowie die neue Einstufung in der Kfz-Versicherung. Wenn Du einen Neuwagen kaufst, erhältst Du den NG-eCall und ab Ende November die Euro-7-Norm automatisch dazu. Für Dein bereits vorhandenes Auto, Deine Reifen und Deine Räder ändert sich hingegen nichts. Die Abrieb-Grenzwerte für Reifen greifen erst ab 2028, während das Reifenlabel und die RDKS-Vorgaben unverändert bleiben. Noch offen sind derzeit die genaue Entwicklung beim CO2-Preis, die Fahrschulreform, der digitale Führerschein sowie die geplante Maut in Belgien.
FAQ
Führerscheine mit den Ausstellungsjahren 2002 bis 2004 müssen bis zum 19. Januar 2027 umgetauscht werden. Neuwagen benötigen ab dem 1. Januar den NG-eCall und ab dem 29. November die Abgasnorm Euro 7. Die THG-Quote steigt, an Schnellladern im TEN-V-Netz kannst Du künftig mit Karte zahlen, und in Österreich gilt ausschließlich die digitale Vignette. Hinzu kommen neue Regionalklassen und Typklassen in der Kfz-Versicherung.
Das steht aktuell noch nicht fest. Es ist geplant, den CO2-Preis 2027 im selben Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne zu halten wie 2026, beschlossen ist dies jedoch noch nicht. Der EU-Emissionshandel ETS2 startet erst 2028. Sicher ist, dass die THG-Quote von 12 auf 17,5 Prozent steigt, was sich indirekt auf den Spritpreis auswirken kann. Eine belastbare Prognose in Cent pro Liter lässt sich derzeit nicht abgeben.
Bis zum 19. Januar 2027 müssen alle Führerscheine umgetauscht werden, die zwischen 2002 und 2004 ausgestellt wurden. Dies ist in der Anlage 8e der Fahrerlaubnis-Verordnung geregelt. Maßgeblich ist dabei das Ausstellungsjahr, nicht Dein Geburtsjahr. Den neuen Führerschein beantragst Du bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde, während Deine Fahrerlaubnis selbst unverändert bestehen bleibt.
Nein. Die Pflicht zum NG-eCall über das 4G- oder 5G-Netz gilt ab dem 1. Januar 2027 ausschließlich für neu zugelassene Autos. Für Fahrzeuge, die bereits zugelassen sind, besteht keine Nachrüstpflicht. Du darfst Dein vorhandenes Auto also unverändert weiterfahren und musst deswegen keine Werkstatt aufsuchen.
Nein. Die Euro-7-Norm schreibt für das Jahr 2027 keine neuen Reifen vor. Die Abrieb-Grenzwerte gelten erst für neue Pkw-Reifentypen ab dem 1. Juli 2028, und ein Verkaufsverbot für Reifen ohne Euro-7-Zulassung folgt erst ab dem 1. Juli 2030. Du darfst Deine vorhandenen Reifen und Räder weiterfahren. Auch das Reifenlabel und die RDKS-Vorgaben bleiben 2027 unverändert.
Die HU-Plakette für das Jahr 2027 ist gelb. Laut der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung wiederholen sich die Farben alle sechs Jahre, weshalb sie auch in den Jahren 2009, 2015 und 2021 gelb waren. Trägt die gelbe Plakette an Deinem Kennzeichen die Zahl 27, ist Dein Auto 2027 zur Hauptuntersuchung fällig.
Das hängt von Deinem Wohnort und Deinem Fahrzeugmodell ab. In der Kfz-Haftpflichtversicherung rutschen für 2027 rund 4,8 Millionen Fahrzeughalter in eine schlechtere Regionalklasse, während rund 5,2 Millionen in eine bessere eingestuft werden. Bei den Typklassen geht es für rund 7,4 Millionen nach oben und für rund 5,1 Millionen nach unten. Deine neue Einstufung siehst Du in Deiner Beitragsrechnung für 2027.
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