Felgengrößen und Felgenarten: Alles Wichtige zur richtigen Wahl, TÜV-Eintragung und Fahrsicherheit
Welche Felgen Du fahren darfst, legt der Hersteller fest: Die freigegebenen Rad-Reifen-Kombinationen stehen im CoC-Papier Deines Autos. Andere Felgen brauchen eine ABE für Dein Modell oder eine Abnahme. Die Felgengröße beeinflusst dabei Erscheinungsbild, Fahrverhalten und Sicherheit. In diesem Ratgeber gehen wir auf alle wichtigen Aspekte rund um Felgen ein, von den erlaubten Größen und Kennzeichnungen über die Felgenarten bis hin zur Eintragung beim TÜV.
Inhaltsverzeichnis
Warum die richtige Felgengröße entscheidend ist
Die Wahl der Felgengröße ist nicht nur eine ästhetische Entscheidung, sondern beeinflusst maßgeblich die Fahrdynamik und Sicherheit Deines Fahrzeugs. Felgen und Reifen wirken gemeinsam auf das Fahrverhalten, weshalb es wichtig ist, dass sie optimal aufeinander abgestimmt sind. Zu große oder zu kleine Felgen können das Handling und die Stabilität des Fahrzeugs negativ beeinflussen und sogar die Bremsleistung beeinträchtigen. Ohne Eintragung erlaubt sind die Rad-Reifen-Kombinationen, die vom Hersteller für Dein Modell freigegeben sind, sowie Zubehörfelgen mit einer ABE für Dein Fahrzeug. Die korrekte Felgengröße sorgt dafür, dass das Fahrzeug sicher und komfortabel auf der Straße bleibt.
Wo steht die erlaubte Felgengröße im Fahrzeugschein?
Die zulässige Felgengröße steht nur teilweise im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1). Seit dem 01.10.2005 ist dort unter Ziffer 15 nur noch eine Reifengröße je Achse eingetragen, eine Felgengröße steht dort nicht. Alle weiteren zugelassenen Rad-Reifen-Kombinationen für Dein Modell findest Du im CoC-Papier Deines Autos unter den Punkten 32 und 50, je nach Hersteller mit Felgengröße und Einpresstiefe. In alten Fahrzeugscheinen von vor 2005 standen dagegen oft mehrere Reifengrößen. Ist das CoC verloren gegangen, kannst Du beim Hersteller eine Zweitschrift anfordern.
Übersicht über verschiedene Felgenarten
Felgen gibt es in verschiedenen Materialien und Bauweisen, die jeweils unterschiedliche Vorteile und Einsatzmöglichkeiten bieten. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Felgenarten vor und erläutern, welche Eigenschaften sie für verschiedene Einsatzzwecke besonders geeignet machen.
Stahlfelgen: Robust und langlebig
Stahlfelgen sind die klassische Wahl für den Winter und werden häufig bei Nutzfahrzeugen und Fahrzeugflotten eingesetzt. Sie sind robust, und kleine Schäden durch Bordsteine oder Rollsplitt fallen bei ihnen weniger ins Gewicht. Zudem sind Stahlfelgen kostengünstig und weniger anfällig für Kratzer und Beulen. Allerdings sind sie schwerer als Aluminiumfelgen, was sich negativ auf das Handling und den Spritverbrauch auswirken kann. Aufgrund ihres schlichten Designs sind sie eher funktional als ästhetisch und werden daher seltener bei sportlichen oder luxuriösen Fahrzeugen verwendet.
Alufelgen: Leicht und individuell
Alufelgen bieten neben einer ansprechenden Optik den Vorteil eines geringeren Gewichts, was sich positiv auf das Fahrverhalten und den Spritverbrauch auswirken kann. Dank der verschiedenen Herstellungsverfahren, wie dem Gießen und Schmieden, können Alufelgen in vielen Designs und Farben gestaltet werden. Sie sind ideal für Fahrer, die Wert auf eine individuelle Fahrzeugoptik legen. Allerdings sind Alufelgen anfälliger für Kratzer und Beschädigungen durch Bordsteine. Lackierte Alufelgen kannst Du auch im Winter fahren, wenn Du sie regelmäßig von Streusalz befreist. Ihre Flexibilität in der Gestaltung und die Möglichkeit, verschiedene Oberflächen wie polierte oder mattschwarze Varianten zu wählen, machen sie besonders bei sportlichen und luxuriösen Fahrzeugen beliebt.
Alufelgen in unterschiedlichen Bauweisen
Aluminiumfelgen gibt es in verschiedenen Bauweisen, die jeweils spezifische Eigenschaften und Vorzüge bieten. Je nach Fahrzeugtyp und Einsatzbereich können sich unterschiedliche Bauweisen besser eignen.
1-teilige Alufelgen
Die 1-teilige Alufelge wird aus einem einzigen Stück Aluminium hergestellt, was sie besonders stabil und kostengünstig macht. Diese Bauweise bietet eine hohe Festigkeit und eignet sich für den alltäglichen Einsatz. Durch den einfachen Herstellungsprozess sind 1-teilige Felgen meist günstiger als ihre mehrteiligen Pendants und in einer Vielzahl an Designs und Größen erhältlich. Sie eignen sich besonders gut für Fahrer, die eine langlebige und wartungsarme Felge suchen.
2-teilige Alufelgen
2-teilige Alufelgen bestehen aus einem Felgenbett und einem Felgenstern, die in der Regel durch Schrauben miteinander verbunden sind. Diese Bauweise bietet die Möglichkeit, beschädigte Teile zu ersetzen, ohne die gesamte Felge austauschen zu müssen. Zudem erlaubt die Konstruktion eine größere Flexibilität bei der Anpassung des Designs und der Farbe, da beide Teile individuell gestaltet werden können. Die Reparaturmöglichkeit und die individuelle Anpassbarkeit machen 2-teilige Alufelgen besonders bei Tuning-Fans und Liebhabern exklusiver Designs beliebt.
3-teilige Alufelgen
3-teilige Alufelgen bestehen aus drei separaten Teilen: dem Innenbett, dem Außenbett und dem Felgenstern. Diese aufwendige Bauweise wird vor allem im Tuning und bei exklusiven Fahrzeugen verwendet, da sie maximale Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten bietet. Jeder Teil der Felge kann separat ausgetauscht werden, was insbesondere bei Beschädigungen von Vorteil ist. Diese Felgen bieten eine besondere Ästhetik und Exklusivität, sind allerdings auch deutlich teurer und erfordern mehr Pflege und Wartung.
Wichtige Kennzeichnungen auf Felgen und deren Bedeutung
Felgen weisen eine Vielzahl von Kennzeichnungen auf, die essenziell für die Wahl der passenden Felge und die sichere Montage sind. Dazu gehören unter anderem die Angaben zur Felgenbreite, dem Durchmesser, der Einpresstiefe und dem Lochkreis.
Felgenbreite und Felgendurchmesser
Die Felgenbreite und der Durchmesser werden in Zoll angegeben. Ein Beispiel hierfür sind die Felgenmaße in der Grafik oben. Die erste Zahl gibt die Breite der Felge an, während die zweite den Durchmesser beschreibt, hier 21 Zoll. Ein J hinter der Breite steht für die Hornform, also die Form des Felgenrands. Beide Maße sind entscheidend, da sie sicherstellen, dass die Felge korrekt auf das Fahrzeug passt und die Reifen optimalen Halt haben. Die Breite der Felge beeinflusst zudem die Seitenführung und den Komfort. Größere Felgen brauchen flachere Reifen, damit der Abrollumfang gleich bleibt.
Einpresstiefe (ET) und Lochkreis (LK)
Die Einpresstiefe, kurz ET, gibt an, wie weit die Felge nach innen oder außen im Radhaus sitzt. Weicht die ET von der Freigabe ab, steht das Rad zu weit innen oder außen. Der Reifen kann schleifen, und Radlager und Aufhängung werden stärker belastet.
Der Lochkreis gibt an, wie viele Schraubenlöcher die Felge hat und welchen Durchmesser diese Löcher bilden. Beispielsweise bedeutet 5x112 wie bei der Felge in der Grafik oben, dass die Felge fünf Schraubenlöcher hat und der Lochkreis einen Durchmesser von 112 mm aufweist. Ein falscher Lochkreis kann dazu führen, dass die Felge nicht sicher montiert werden kann.
Die Eintragung neuer Felgen beim TÜV
Ob neue Felgen eingetragen werden müssen, hängt vom Nachweis ab, so regelt es § 19 der StVZO. Originale Felgen mit Herstellerfreigabe für Dein Modell brauchen keine Eintragung. Zubehörfelgen mit ABE oder ECE-Genehmigung darfst Du ohne Abnahme montieren, wenn Dein Auto darin aufgeführt ist und keine Abnahme verlangt wird. Die ABE musst Du dann im Auto mitführen. Hat die Felge nur ein Teilegutachten, musst Du sie bei einer Prüforganisation wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS abnehmen lassen. Seit dem 20.06.2025 werden keine neuen Teilegutachten mehr ausgestellt, an ihre Stelle tritt die KBA-Teiletypgenehmigung. Bestehende Teilegutachten gelten noch bis zum 19.06.2028. Fehlt jeder Nachweis, bleibt nur die aufwendige Einzelabnahme.
| Nachweis für die Felge | Abnahme nötig? | Was Du mitführst |
|---|---|---|
| Herstellerfreigabe im CoC-Papier | Nein | Nichts zusätzlich |
| ABE für Dein Fahrzeug ohne Abnahme-Auflage | Nein | Kopie der ABE oder einen Auszug mit den wesentlichen Angaben |
| EG- oder ECE-Genehmigung, Einschränkungen eingehalten | Nein | Kein Papier vorgeschrieben |
| ABE mit Abnahme-Auflage | Ja, direkt nach der Montage | Nachweis mit Bestätigung der Abnahme |
| Teilegutachten (gültig bis 19.06.2028) | Ja, bei TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS | Abnahmebestätigung |
| KBA-Teiletypgenehmigung | Je nach Auflage in der Genehmigung | Nachweis laut Genehmigung |
| Kein Nachweis | Ja, Einzelabnahme | Eintrag in den Fahrzeugpapieren |
Steht die Felge bereits im Fahrzeugschein, musst Du kein weiteres Papier mitführen. Falsche Reifengrößen oder Felgen ohne Freigabe können neben dem Verlust der Betriebserlaubnis auch Bußgelder nach sich ziehen. Ist die Verkehrssicherheit dadurch wesentlich beeinträchtigt, sind es laut Bußgeldkatalog 90 Euro und 1 Punkt in Flensburg. Nach einem Unfall kann Dich die Kfz-Haftpflicht mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen.
Prüfe deshalb vor dem Kauf, ob Dein Modell in der ABE oder im Gutachten steht oder ob die originale Felge für Dein Auto freigegeben ist. Bei originalen Felgen klärt das die Teilenummer. Achte darauf, dass alle relevanten Daten im Gutachten angegeben sind, um einen reibungslosen Ablauf bei der TÜV-Abnahme sicherzustellen.
Fazit
Die Wahl der richtigen Felgen für Dein Fahrzeug ist entscheidend für das Fahrverhalten, die Sicherheit und das Design. Achte darauf, dass alle Maße und Kennzeichnungen zu den Freigaben im CoC-Papier oder zur ABE der Felge passen, und lass Dich bei Unsicherheiten vom Kundenservice von OR24.de beraten. So stellst Du sicher, dass Dein Fahrzeug nicht nur gut aussieht, sondern auch den Anforderungen der Straßensicherheit gerecht wird. Mit freigegebenen originalen Felgen bist Du auf der sicheren Seite und sparst Dir die Abnahme.
FAQ - Häufige Fragen
Sie beschreiben die Maße der Felge. Die erste Zahl nennt die Breite, die zweite den Durchmesser, beides in Zoll. Ein J hinter der Breite steht für die Hornform, also die Form des Felgenrands. ET mit einer Zahl gibt die Einpresstiefe in Millimetern an. Dazu kommen der Lochkreis, zum Beispiel 5x112 für fünf Schrauben auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser, und das Mittenloch.
Nein. Ohne Eintragung erlaubt sind die Rad-Reifen-Kombinationen, die vom Hersteller für Dein Modell freigegeben sind. Sie stehen im CoC-Papier und nur teilweise im Fahrzeugschein. Andere Felgen brauchen eine ABE für Dein Fahrzeug, die Du mitführst, oder eine Abnahme bei einer Prüforganisation wie TÜV oder DEKRA. Ohne passenden Nachweis erlischt die Betriebserlaubnis.
Originale Felgen mit Herstellerfreigabe für Dein Modell und Zubehörfelgen mit ABE oder ECE-Genehmigung, in der Dein Auto ohne Abnahme-Auflage aufgeführt ist. Felgen mit Teilegutachten musst Du dagegen abnehmen lassen. Teilegutachten werden seit dem 20.06.2025 nicht mehr neu erteilt, an ihre Stelle tritt die KBA-Teiletypgenehmigung. Vorhandene Teilegutachten bleiben bis zum 19.06.2028 gültig.
Das hängt vom Einsatz ab. Stahlfelgen sind günstig, und kleine Schäden fallen bei ihnen weniger ins Gewicht. Alufelgen sind meist leichter und bieten deutlich mehr Designs. Lackierte originale Alufelgen kannst Du auch im Winter fahren, wenn Du sie regelmäßig von Streusalz befreist. Polierte oder glanzgedrehte Oberflächen sind dagegen empfindlicher.
Die ET bestimmt, wie weit das Rad im Radkasten nach innen oder außen steht. Mit falscher ET kann der Reifen schleifen, außerdem werden Radlager und Aufhängung stärker belastet. Halte Dich deshalb an die Einpresstiefe, die für Dein Auto und diese Felgengröße freigegeben ist. Sie steht im CoC-Papier, bei Zubehörfelgen in der ABE.
Dann erlischt die Betriebserlaubnis Deines Autos. Ist dadurch die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt, sieht der Bußgeldkatalog 90 Euro und 1 Punkt in Flensburg vor. Nach einem Unfall darf die Kfz-Haftpflicht bis zu 5.000 Euro von Dir zurückverlangen. Prüfe deshalb vor der Montage, ob die Felge im CoC-Papier steht oder eine passende ABE hat.
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