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Euro 7: Grenzwerte für Reifenabrieb und Bremsstaub

Euro 7: Grenzwerte für Reifenabrieb und Bremsstaub - was sich für Dein Auto ändert

Lesezeit: 13 Min.
OR24
01.10.2026

Die Abgasnorm Euro 7 begrenzt erstmals auch den Bremsstaub und den Reifenabrieb. Sie gilt ab dem 29. November 2026 für neue Pkw-Modelle und ab dem 29. November 2027 für alle Neuwagen. Dein jetziges Auto ist davon nicht betroffen, und Deine vorhandenen Reifen fährst Du ganz normal weiter. In diesem Beitrag erfährst Du, welche Grenzwerte künftig gelten, ab wann neue Reifen die Norm erfüllen müssen und was das konkret für Deine Felgen und Bremsen bedeutet.


Was ist die Euro-7-Norm?

Euro 7 ist die neue europäische Abgasnorm für Autos, Transporter, Busse und Lkw. Sie ist die erste EU-Norm, die neben den Abgasen auch Emissionen begrenzt, die nicht aus dem Auspuff stammen: Feinstaub von den Bremsen und Abrieb von den Reifen. Die Rechtsgrundlage bildet die Verordnung (EU) 2024/1257, die am 8. Mai 2024 im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde.

Frühere Abgasnormen regelten ausschließlich, was aus dem Auspuff strömt. Feinstaub entsteht jedoch auch, wenn Bremsbeläge an der Bremsscheibe reiben und sich das Profil der Reifen auf der Straße abnutzt. Diese beiden Quellen erfasst Euro 7 nun mit eigenen Vorgaben.

Bei den Abgasen selbst ändert sich für Pkw nur wenig, da Euro 7 die Grenzwerte von Euro 6 weitgehend übernimmt. Neu sind neben den Vorgaben für Bremsen und Reifen strengere Regeln dazu, wie lange ein Auto die Werte einhalten muss. Elektroautos erhalten erstmals eine vorgeschriebene Mindesthaltbarkeit für die Batterie. Hinzu kommt ein digitaler Umweltpass, der die wichtigsten fahrzeugspezifischen Daten zur Norm bündelt.

Ab wann gilt Euro 7?

Euro 7 wird für Pkw ab dem 29. November 2026 zur Pflicht, zunächst für neue Modelle. Ab dem 29. November 2027 gilt die Norm dann für jeden Neuwagen, der in der EU zugelassen wird. Für Busse und Lkw greifen die Regelungen etwas später.

Wichtig ist hierbei der Unterschied zwischen Typgenehmigung und Neuzulassung. Die Typgenehmigung ist die behördliche Freigabe eines komplett neuen Modells. Ein Jahr danach folgt die Pflicht für alle Neufahrzeuge, was auch Modelle einschließt, die bereits länger produziert werden.

Fahrzeuge Neue Modelle (Typgenehmigung) Alle Neufahrzeuge
Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab 29. November 2026 ab 29. November 2027
Busse und Lkw ab 29. Mai 2028 ein Jahr später, ab Mai 2029
Quelle: Verordnung (EU) 2024/1257, Artikel 10, Termin Mai 2029 laut TÜV Akademie

Für bereits zugelassene Autos gilt keine dieser Fristen. Euro 7 ist eine reine Regelung für neue Fahrzeuge und neue Reifen. Eine Pflicht zur Nachrüstung besteht nicht.

Welche Grenzwerte gelten für Bremsstaub?

Ein Pkw darf unter Euro 7 höchstens 7 Milligramm Bremsstaub pro Kilometer ausstoßen, ein reines Elektroauto maximal 3 Milligramm. Gemessen wird dabei Feinstaub der Größe PM10, also Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern. Diese Werte gelten bis zum 31. Dezember 2029 und beziehen sich stets auf das gesamte Fahrzeug, nicht auf eine einzelne Bremse.

Antrieb Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Schwere Transporter (N1 Gruppe III)
Reines Elektroauto 3 mg/km 5 mg/km
Plug-in-Hybrid 7 mg/km 11 mg/km
Vollhybrid 7 mg/km 11 mg/km
Brennstoffzelle 7 mg/km 11 mg/km
Verbrenner 7 mg/km 11 mg/km
Quelle: Verordnung (EU) 2024/1257, Anhang I, Tabelle 4 (PM10 je Fahrzeug, gültig bis 31. Dezember 2029)

Danach werden die Vorgaben strenger. Für die Jahre 2030 bis 2034 sieht die Verordnung eine zweite Stufe vor. Die genauen Werte legt die EU-Kommission erst fest, nachdem sie die bestehenden Regeln bis Ende 2027 überprüft hat. Ab dem 1. Januar 2035 gilt dann für sämtliche Antriebe derselbe Grenzwert von 3 Milligramm pro Kilometer. Zusätzlich ist ein Grenzwert für die reine Anzahl der Bremspartikel geplant, der aktuell jedoch noch nicht beziffert ist.

Wie wird Bremsstaub gemessen?

Der Bremsstaub wird nicht direkt auf der Straße gemessen, sondern auf einem Bremsenprüfstand. Dort durchläuft die Bremse einen festgelegten Bremszyklus, der aus dem bekannten WLTP-Prüfverfahren abgeleitet ist. Die Grundlage dafür bildet die weltweite UN-Prüfvorschrift GTR Nr. 24. Wie viel Staub heutige Bremsen erzeugen, hat der ADAC an einem VW Golf 7 im Labor getestet: Je nach Bremssystem entstanden zwischen 5 und 20 Milligramm Feinstaub pro Kilometer. Der ADAC hält die neuen Grenzwerte deshalb für machbar.

So können Hersteller die Werte einhalten

Laut ADAC und Fachpresse gibt es mehrere technische Wege, den Bremsstaub zu senken:

  • Andere BremsbelägeNeue Reibmischungen geben beim Bremsen weniger Partikel ab.
  • Beschichtete BremsscheibenBremsscheiben mit einer Hartmetallschicht nutzen sich weniger ab.
  • Filter und AbsaugungSolche Systeme sammeln einen Teil der Partikel direkt an der Bremse ein.
  • TrommelbremsenDiese Bauart ist nach außen weitgehend geschlossen. VW verbaut sie beispielsweise beim ID.3 und ID.4 ab Werk an der Hinterachse.
  • Mehr RekuperationElektroautos und Hybride verzögern stark über den Elektromotor und benötigen die klassische Reibbremse dadurch seltener.

Was gilt für Reifenabrieb?

Für den Reifenabrieb definiert Euro 7 zwar feste Termine, liefert aber noch keinen konkreten Zahlenwert. Ab dem 1. Juli 2028 erhalten neue Pkw-Reifentypen nur noch dann eine Genehmigung, wenn sie die Euro-7-Vorgaben erfüllen. Ab dem 1. Juli 2030 dürfen schließlich keine Pkw-Reifen mehr neu in Verkehr gebracht werden, die diese Vorgaben verfehlen.

Stichtag Was für Pkw-Reifen (Klasse C1) gilt
1. Juli 2028 Neue Reifentypen werden nur noch genehmigt, wenn sie Euro 7 erfüllen.
1. Juli 2030 Nicht konforme Reifen dürfen nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Neuwagen mit solchen Reifen werden nicht mehr zugelassen.
30. Juni 2032 Bis zu diesem Tag darf der Handel nicht konforme Reifen noch abverkaufen.
Quelle: Verordnung (EU) 2024/1257, Artikel 11

Für Transporterreifen der Klasse C2 starten die Fristen im April 2030, für Lkw- und Busreifen der Klasse C3 im April 2032.

Warum noch keine Zahl feststeht

Vier Kompletträder mit unterschiedlichen Leichtmetallfelgen in Silber und Anthrazit liegen flach in einer Reihe, die Laufflächen der Sommerreifen sind zu sehen

Einen konkreten Grenzwert für den Reifenabrieb nennt die Verordnung bislang nicht. Die entsprechende Tabelle im Gesetzestext ist noch leer. Die finale Zahl soll über die UNECE, die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa, ermittelt werden. Dort stimmt man Fahrzeugvorschriften auf internationaler Ebene ab. Kommt keine gemeinsame Regelung zustande, legt die EU-Kommission die Werte selbst fest. Berichten der Fachpresse zufolge hat die UNECE im Juni 2026 eine entsprechende Regel für Pkw-Reifen beschlossen.

Das Messverfahren steht bereits seit Februar 2024 fest. Die Reifen werden entweder direkt auf der Straße in einem Konvoi über rund 8.000 Kilometer getestet oder im Labor auf einer Prüftrommel. Bei der Straßenfahrt ist entscheidend, wie viel Gewicht der Reifen im Vergleich zu einem Referenzreifen verliert. Das Ergebnis wird in Milligramm pro Kilometer und Tonne angegeben.

Wie stark reiben Reifen heute ab?

Pkw-Reifen verlieren je nach Hersteller sehr unterschiedlich viel Material. Der ADAC hat den Abrieb gemessen und Durchschnittswerte pro Hersteller ermittelt, die in Milligramm pro Kilometer und Tonne Fahrzeuggewicht angegeben werden. Wichtig: Diese Zahlen sind reine Messwerte aus Tests und keine gesetzlichen Grenzwerte.

Reifenhersteller Abrieb im Herstellerdurchschnitt (ADAC-Messwert)
Michelin 52 mg/km je Tonne
Hankook 62 mg/km je Tonne
Continental 63 mg/km je Tonne
Goodyear 65 mg/km je Tonne
Pirelli 76 mg/km je Tonne
Bridgestone 78 mg/km je Tonne
Firestone 82 mg/km je Tonne
Quelle: ADAC, berichtet von auto motor und sport und autoservicepraxis.de

Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Durchschnittswert liegen 30 Milligramm. Ein bekannter Markenname allein sagt also wenig über den tatsächlichen Abrieb aus, denn selbst unter den Premiumreifen zeigen sich deutliche Unterschiede.

Weniger Abrieb, weniger Grip?

Grauer Pkw fährt auf der rechten Spur einer regennassen Landstraße, direkt am Vorderreifen spritzt Wasser seitlich und nach hinten auf

Weniger Abrieb hat jedoch seinen Preis. Laut TÜV Hessen weisen Reifen mit sehr geringem Abrieb aufgrund ihrer härteren Gummimischung in der Regel eine schlechtere Nasshaftung auf. Für die Reifenhersteller wird Euro 7 damit zum Balanceakt: Der Reifen soll langsamer verschleißen, auf nasser Straße aber trotzdem sicher bremsen.

Für Dich bedeutet das: Achte beim Reifenkauf nicht nur auf einen einzelnen Wert. Wie gut ein Reifen bei Nässe haftet, verrät Dir das EU-Reifenlabel mit seinen Klassen von A bis E. Gerade bei Regen hängt Dein Bremsweg stark von der Nasshaftung ab. Ein Reifen mit sehr wenig Abrieb, aber schwacher Nasshaftung ist deshalb keine gute Wahl für den Alltag.

Gilt Euro 7 auch für Elektroautos?

Ja, Euro 7 gilt auch für Elektroautos. Sie haben zwar keinen Auspuff, aber Bremsen, Reifen und eine Batterie. Für alle drei enthält die neue Norm Vorgaben.

Beim Thema Bremsstaub sind Elektroautos klar im Vorteil. Sie gewinnen beim Verzögern Energie zurück, was als Rekuperation bezeichnet wird. Dabei bremst primär der Elektromotor, wodurch die klassische Reibbremse seltener zum Einsatz kommt. Passend dazu liegt ihr Grenzwert mit 3 Milligramm pro Kilometer deutlich unter den 7 Milligramm für Verbrenner und Hybride.

Bei den Reifen sieht die Situation jedoch anders aus. Elektroautos sind durch die Batterie meist schwerer als vergleichbare Verbrenner, und genau dieses Zusatzgewicht müssen die Reifen tragen. Eine Sonderregel je nach Antriebsart gibt es beim Reifenabrieb nicht, da der Grenzwert für den Reifen selbst und nicht für das Fahrzeug gilt.

Neu ist außerdem eine vorgeschriebene Mindesthaltbarkeit für die Batterie. Nach 5 Jahren oder 100.000 Kilometern muss sie noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen, nach 8 Jahren oder 160.000 Kilometern noch 72 Prozent.

Was heißt Euro 7 für Deine Reifen, Felgen und Bremsen?

Für Dein aktuelles Auto musst Du wegen Euro 7 nichts unternehmen. Die Norm gilt ausschließlich für neue Fahrzeugtypen, neu zugelassene Autos und neu in Verkehr gebrachte Reifen. Eine Pflicht zum Nachrüsten oder Tauschen besteht für vorhandene Autos, Reifen und Bremsen nicht. Das Wichtigste für Dich auf einen Blick:

  • Vorhandene Reifen: Du fährst sie ganz normal weiter, bis sie abgefahren sind, auch über das Jahr 2030 hinaus.
  • Neue Reifen: Ab Juli 2030 gelangen neue Pkw-Reifen nur noch Euro-7-konform in den Handel. Ältere Lagerware darf noch bis Ende Juni 2032 verkauft werden.
  • Felgen: Euro 7 enthält keine Vorgaben für Felgen.
  • Bremsen: Für Ersatzbremsen Deines jetzigen Autos greift Euro 7 bislang nicht.

Reifen und Kompletträder

Bei den Reifen erfolgt die Umstellung schrittweise mit jedem Neukauf. Die genannten Stichtage gelten auch für die Reifen auf Kompletträdern. Kaufst Du zwischen Juli 2030 und Ende Juni 2032 neue Kompletträder, können darauf also noch Reifen nach altem Stand aus dem Abverkauf montiert sein. Das ist erlaubt, und Du darfst sie fahren, bis das Profil aufgebraucht ist.

An den erlaubten Dimensionen ändert Euro 7 nichts. Welche Kombination auf Dein Auto passt, regeln weiterhin die erlaubten Felgen- und Reifengrößen aus den Fahrzeugpapieren und Herstellerfreigaben. Sind originale Felgen für Dein Modell freigegeben, ist eine Einzelabnahme beim TÜV in der Regel nicht nötig.

Felgen und Bremsstaub

Nahaufnahme eines Rads an einem weißen Sportwagen, hinter den Speichen der Leichtmetallfelge sind Bremsscheibe und roter Bremssattel zu sehen

Felgen selbst werden von Euro 7 nicht reguliert. Dennoch hat die Norm indirekt mit ihnen zu tun, denn ein großer Teil des Bremsstaubs landet genau dort. Den hartnäckigen schwarzen Belag, den Du von Deinen Felgen kennst, beschreibt der ADAC als klassischen Bremsstaub, also den Abrieb von Bremsbelägen und Bremsscheiben.

Laut ADAC verschmutzen beschichtete Bremsscheiben und keramische Bremsbeläge die Felgen deutlich weniger. Setzen die Autohersteller solche Bremsen künftig häufiger ein, um die strengen Grenzwerte einzuhalten, dürfte das auch die Felgen von Neuwagen sauberer halten. Bis es so weit ist, hilft eine regelmäßige Felgenreinigung mit passenden Pflegemitteln, damit sich der Staub nicht festsetzt.

Bremsen und Ersatzteile

Die Grenzwerte für den Bremsstaub gelten für neue Fahrzeuge und werden mit der Bremse gemessen, mit der das Auto genehmigt wird. Für Ersatzbremsscheiben und Ersatzbeläge im freien Handel gibt es aktuell noch keine Euro-7-Pflicht. Experten erwarten, dass die Vorgaben später über die UN-Regelung ECE R90 auf Ersatzbremsen ausgeweitet werden. Beschlossen ist dieser Schritt bislang jedoch nicht. Wechselst Du heute Deine Beläge oder Scheiben, ändert sich für Dich also nichts.

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So verursachst Du selbst weniger Abrieb

Wie schnell Reifen und Bremsen verschleißen, hängt zu einem großen Teil von Deinem eigenen Fahrstil ab. Wer den Reifenverschleiß im Blick behält, fährt länger mit einem Satz Reifen und erzeugt ganz nebenbei weniger Abrieb. Die folgenden Punkte helfen Dir dabei:

  1. Reifendruck prüfen: Mit zu wenig Luft walkt der Reifen stärker und fährt sich an den Schultern schneller ab. Den richtigen Reifendruck für Dein Auto findest Du meist im Tankdeckel, an der B-Säule der Fahrertür oder in der Betriebsanleitung. Prüfe ihn regelmäßig am kalten Reifen.
  2. Vorausschauend fahren: Ein sanftes Anfahren und frühes Gaswegnehmen schonen das Profil und die Bremsen. Jede harte Bremsung erzeugt unnötigen Bremsstaub, jeder rasante Ampelstart kostet Gummi.
  3. Passende Reifen wählen: Der Abrieb unterscheidet sich je nach Hersteller deutlich, wie die ADAC-Messwerte oben zeigen. Achte beim Kauf trotzdem auf die Nasshaftung, damit Du nicht Sicherheit gegen Laufleistung tauschst.
  4. Achsgeometrie prüfen lassen: Fährt sich ein Reifen einseitig ab, stimmt oft die Spureinstellung nicht mehr. Eine professionelle Achsvermessung in der Werkstatt schafft hier schnell Klarheit.
  5. Unnötiges Gewicht vermeiden: Jedes zusätzliche Kilo lastet direkt auf den Reifen. Eine leere Dachbox oder schwere Ladung, die Du im Alltag nicht brauchst, solltest Du deshalb ausräumen.

Fazit

Euro 7 ist die erste EU-Norm, die gezielt den Bremsstaub und den Reifenabrieb begrenzt. Für die Bremsen stehen die Werte bereits fest: 7 Milligramm pro Kilometer für Verbrenner und Hybride, 3 Milligramm für reine Elektroautos. Für die Reifen sind die Termine fixiert, während der genaue Grenzwert noch über die UNECE ermittelt wird. Für Dein jetziges Auto und Deine vorhandenen Reifen ändert sich durch die neuen Regeln nichts. Spürbar wird die Norm erst bei Neuwagen ab November 2027 sowie bei neuen Pkw-Reifen ab Juli 2030.

FAQ

Euro 7 gilt ab dem 29. November 2026 für neue Pkw-Modelle, die eine Typgenehmigung erhalten. Ab dem 29. November 2027 muss dann jeder Neuwagen die Norm erfüllen, der in der EU zugelassen wird. Für Busse und Lkw beginnen die Fristen im Mai 2028 für neue Typen und ein Jahr später für alle Neufahrzeuge. Für Pkw-Reifen gelten eigene Termine ab Juli 2028.

Nein. Euro 7 gilt ausschließlich für neue Fahrzeugtypen, neu zugelassene Autos und neu in Verkehr gebrachte Reifen. Dein jetziges Auto behält seine bisherige Abgasnorm, ganz gleich ob Euro 5 oder Euro 6. Eine Pflicht zur Nachrüstung oder zum vorzeitigen Tausch von Bremsen und Reifen gibt es nicht. Du fährst Dein Auto ganz normal weiter.

Nein, Deine vorhandenen Reifen darfst Du bedenkenlos weiterfahren, bis sie abgefahren sind. Euro 7 regelt nur, welche Reifen künftig neu in den Handel kommen. Ab dem 1. Juli 2030 dürfen nur noch Euro-7-konforme Pkw-Reifen neu in Verkehr gebracht werden, ältere Lagerware darf noch bis zum 30. Juni 2032 verkauft werden. Die Umstellung passiert also ganz von selbst beim nächsten Reifenkauf.

Im Gesetzestext steht dieser noch nicht. Die Verordnung (EU) 2024/1257 legt für Reifen bislang nur Termine fest, die Tabelle für den Grenzwert ist noch leer. Der finale Wert soll über die UNECE ermittelt werden. Nach Berichten der Fachpresse wurde dort im Juni 2026 eine entsprechende Regel für Pkw-Reifen beschlossen. Kommt keine UN-Regelung zustande, legt die EU-Kommission die Werte selbst fest. Gemessen wird in Milligramm pro Kilometer und Tonne.

Ja. Elektroautos besitzen zwar keinen Auspuff, fallen aber dennoch unter die Euro-7-Norm. Für ihren Bremsstaub gilt ein strengerer Grenzwert von 3 Milligramm pro Kilometer, was deutlich weniger ist als bei Verbrennern. Ihre Reifen müssen dieselben Vorgaben erfüllen wie alle anderen Pkw-Reifen. Neu ist eine vorgeschriebene Mindesthaltbarkeit der Batterie: 80 Prozent nach 5 Jahren oder 100.000 Kilometern, 72 Prozent nach 8 Jahren oder 160.000 Kilometern.

Euro 7 übernimmt für Pkw die bekannten Abgasgrenzwerte von Euro 6 weitgehend. Der große Unterschied liegt bei den Emissionsquellen außerhalb des Auspuffs: Euro 7 begrenzt erstmals den Bremsstaub und den Reifenabrieb. Hinzu kommen strengere Anforderungen an die dauerhafte Einhaltung der Abgaswerte, eine Mindesthaltbarkeit für die Batterien von Elektroautos sowie ein digitaler Umweltpass für jedes neue Fahrzeug.

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