Wann Winterreifen kaufen? Der beste Zeitpunkt, die Kosten und worauf Du achten musst
Winterreifen sind ab dem Frühjahr tendenziell günstiger als im Oktober. Der ADAC bestätigt diesen Effekt, schreibt aber im selben Atemzug, dass er von Jahr zu Jahr kleiner wird und ein Preisvergleich mehr bringt als ein fester Kauftermin. Wer erst im Herbst daran denkt, kümmert sich am besten Ende September: Die Reifen selbst liegen schnell bereit, der Werkstatttermin ist der Engpass. Hier liest Du, wann Du kaufst, wie alt neue Reifen sein dürfen und was der Wechsel kostet.
Inhaltsverzeichnis
Wann sind Winterreifen am günstigsten?
Ab dem Frühjahr, wenn die Nachfrage weg ist. Der ADAC hält dazu fest, dass ein antizyklisches Einkaufsverhalten bei Winterreifen einen höheren Effekt haben kann als bei Sommerreifen.
Dazu gehört aber ein zweiter Satz, den kaum jemand zitiert. Der ADAC schreibt wörtlich: "Der früher stärker ausgeprägte Spareffekt wird seit einigen Jahren aber zunehmend geringer. In beiden Fällen empfehlen wir, vorrangig die Reifenpreise zu recherchieren, als auf bestimmte Kauftermine zu setzen."
Damit fällt die ehrliche Antwort etwas unspektakulärer aus, als sie in vielen Ratgebern klingt: Der Kalender hilft Dir ein Stück weit, der Preisvergleich zwischen den Anbietern hilft Dir mehr. Eine bezifferte Preiskurve über die Monate gibt es nirgends, auch der ADAC nennt keine.
Praktisch heißt das: Wer im April oder Mai schon weiß, welche Größe er im Winter braucht, kauft in Ruhe und ohne Zeitdruck. Wer das verpasst hat, verliert nicht viel, solange er im Herbst zwei oder drei Angebote nebeneinanderlegt statt beim erstbesten zuzugreifen.
Wann Du spätestens kaufen solltest
Ende September oder Anfang Oktober, und zwar wegen des Termins, nicht wegen des Preises. Die Reifen selbst sind in der Regel innerhalb weniger Werktage da.
Eng wird es in den Werkstätten. Schon ab Mitte September melden Regionalclubs des ADAC Wartezeiten von bis zu vier Wochen auf einen Wechseltermin. Ab Mitte Oktober, wenn der erste Kälteeinbruch alle gleichzeitig zum Telefon greifen lässt, sind viele Betriebe wochenlang ausgebucht.
Für Dich bedeutet das zwei getrennte Aufgaben: erst den Termin sichern, dann in Ruhe die Reifen aussuchen. Wer beides in dieselbe Woche legt, entscheidet unter Druck und nimmt am Ende, was gerade vorrätig ist.
Die Frage, ab wann Du tatsächlich auf Winterreifen wechselst, hängt am Wetter und nicht am Datum. Der Kauf gehört trotzdem davor, sonst wechselst Du genau an dem Tag, an dem es alle anderen auch tun.
Wie alt darf ein neuer Winterreifen sein?
Beim Kauf höchstens drei Jahre. Der ADAC formuliert es so: Frischer Gummi greift am besten, älter als drei Jahre sollte ein Reifen beim Kauf nicht sein.
Ablesen kannst Du das selbst, bevor die Reifen auf die Felge kommen. Auf der Reifenflanke steht in einem Oval eine vierstellige Zahl. Die ersten beiden Ziffern nennen die Produktionswoche, die letzten beiden das Jahr. 3624 heißt also: 36. Kalenderwoche 2024.
Wie Du die DOT-Nummer findest und richtig liest, ist in fünf Minuten erledigt. Es schützt Dich davor, Lagerware von vor fünf Jahren als Neuware zu bezahlen.
Für die Nutzung nennt der ADAC bei Winterreifen rund sechs Jahre als sinnvolle Grenze, acht Jahre gelten als absolute Obergrenze. Eine gesetzliche Altersgrenze für Pkw-Reifen gibt es in Deutschland nicht, die Verantwortung liegt bei Dir.
Was Montage, Wuchten und Einlagern kosten
Der reine Wechsel ist der kleinste Posten. Teuer wird es, sobald ein Reifen neu auf die Felge muss.
Hast Du einen zweiten Radsatz, steckt die Werkstatt die fertigen Räder einfach um. Das ist eine Sache von Minuten und kostet entsprechend wenig.
Liegen dagegen nur Reifen vor, muss jeder einzelne von der Felge herunter, der neue darauf und das fertige Rad anschließend ausgewuchtet werden. Dazu kommen je nach Fahrzeug die RDKS-Sensoren, die angelernt werden wollen, und die Entsorgung der alten Reifen.
Die folgenden Spannen stammen aus den Preislisten mehrerer Werkstattketten und Reifenanbieter. Regional weichen diese Beträge spürbar voneinander ab, als Maßstab zum Einordnen eines Angebots reichen sie trotzdem. Lass Dir den Auftrag vorab schriftlich aufschlüsseln, dann erkennst Du sofort, welcher Posten den Preis nach oben treibt.
| Leistung | Preis | Bezug |
|---|---|---|
| Räder umstecken | 25 bis 45 Euro | je Satz |
| Reifen aufziehen und wuchten | 60 bis 120 Euro | je Satz |
| Wuchten allein | 5 bis 12,50 Euro | je Rad |
| Einlagerung | meist 20 bis 40 Euro, teils bis 100 Euro | je Saison |
| Altreifenentsorgung | 2,50 bis 8 Euro | je Reifen |
| RDKS-Sensoren anlernen | 5 bis 15 Euro | je Rad |
Die Einlagerung kannst Du Dir sparen, wenn Du zu Hause Platz hast und Deine Räder richtig einlagerst. Über zehn Jahre gerechnet wächst dieser Posten sonst zu einem ordentlichen Betrag an.
Warum Kompletträder beim Wechsel günstiger sind
Weil der teuerste Arbeitsschritt komplett entfällt. Die Rechnung steht schon in der Tabelle oben, sie fällt nur selten jemandem auf.
Umstecken kostet 25 bis 45 Euro je Satz. Reifen aufziehen und wuchten kostet 60 bis 120 Euro je Satz. Beides fällt zweimal im Jahr an, im Herbst und im Frühjahr.
Wer einen zweiten Radsatz besitzt, zahlt also dauerhaft den niedrigeren Betrag. Wer jede Saison Reifen ummontieren lässt, zahlt den höheren, und das so lange, wie er das Fahrzeug fährt. Über vier oder fünf Winter hinweg gleicht dieser Unterschied einen guten Teil des Kaufpreises für den zweiten Satz wieder aus.
Dazu kommt ein praktischer Punkt: Beim Ummontieren kommt die Felge jedes Mal auf das Montiergerät, beim Umstecken bleibt sie unberührt. Über etliche Winter hinweg bleibt die Oberfläche dadurch sichtbar besser erhalten, was beim späteren Wiederverkauf zählt.
Originale Felgen bringen die Herstellerfreigabe von Haus aus mit, Lochkreis, Einpresstiefe und Traglast passen ohne Einzelabnahme beim TÜV. Genau solche originalen Felgen und Kompletträder für Audi, BMW, Mercedes, AMG und Porsche verkauft OR24.de weiter, fahrfertig ausgewuchtet. Dann bleibt für den Saisonwechsel nur noch der kurze Umstecktermin.
Lohnen sich gebrauchte Winterreifen?
Ein Gebrauchtsatz kann ein gutes Geschäft sein, verlangt aber eine sorgfältige Begutachtung. Verbindliche Prüfsiegel für Gebrauchtreifen existieren nicht, und beim Kauf von privat entfällt die Gewährleistung meist ganz.
Vier Dinge schaust Du Dir vor dem Kauf an. Erstens die Restprofiltiefe, und zwar an mehreren Stellen über die Breite der Lauffläche. Ist sie innen und außen unterschiedlich, lief der Reifen an einem Fahrzeug mit falscher Spureinstellung.
Zweitens das Alter über die eingeprägte Kennung auf der Flanke. Drittens sichtbare Schäden: Risse in den Profilrillen, Beulen an der Seitenwand, Spuren einer Reparatur. Viertens die Lagerung. Frag nach, wo die Reifen die letzten Sommer verbracht haben, kühl und dunkel im Keller oder aufrecht in der Sonne. Wärme und Licht lassen die Mischung schneller altern, das siehst Du dem Profil aber nicht an. Bekommst Du darauf keine klare Auskunft, lässt Du besser die Finger davon.
Bei der Profiltiefe entscheidet sich, ob der Preis überhaupt attraktiv ist. Bleibt nur das halbe Profil übrig, verkürzt sich die Nutzungsdauer entsprechend, und jedes vermeintliche Schnäppchen schrumpft mit.
| Variante | Vorteil | Risiko | Worauf Du achtest |
|---|---|---|---|
| Neureifen | volles Profil, volle Gewährleistung | höchster Anschaffungspreis | Produktionsdatum höchstens drei Jahre alt |
| Gebrauchtreifen | niedriger Preis | keine Prüfsiegel, privat meist keine Gewährleistung | Profil an mehreren Stellen, Alter, Schäden, Lagerung |
| Komplettradsatz | günstiger Saisonwechsel, keine Montagearbeit | zweiter Radsatz braucht Lagerplatz | Größe, Lochkreis und Freigabe für Dein Modell |
Markenreifen oder Zweitmarke?
Der Unterschied zeigt sich bei Nässe und beim Bremsen, also genau dann, wenn es darauf ankommt. Wie groß er im Einzelfall ausfällt, verraten Dir nur unabhängige Tests der jeweils aktuellen Saison.
Große Hersteller stecken mehr Aufwand in Gummimischung und Lamellen, und dieser Aufwand steckt im Preis. Zweitmarken gehören oft zu denselben Konzernen und bauen auf einer älteren Generation dieser Technik auf. Deshalb sind sie selten schlecht, aber eben auch selten vorn.
Weiter hilft eine ehrliche Selbsteinschätzung. Fährst Du wenig, kurze Strecken und selten bei Schnee, reicht eine solide Zweitmarke. Pendelst Du täglich über Land, bist mit schwerem Fahrzeug unterwegs oder viel in Höhenlagen, ist der Aufpreis für die Spitzenklasse gut angelegt.
Wichtiger als der Name auf der Flanke bleibt in beiden Fällen die passende Größe sowie ein Reifen, der zum Gewicht und zur Höchstgeschwindigkeit Deines Fahrzeugs passt. Beides steht in Deinen Fahrzeugpapieren.
Online kaufen: worauf Du achten musst
Online lohnt sich vor allem wegen der Auswahl. Rechne dafür aber die gesamte Kette durch, nicht bloß den Reifenpreis.
Die Reifengröße steht in Deinem Fahrzeugschein, Feld 15.1 und 15.2. Nur diese Kombination aus Breite, Querschnitt, Durchmesser, Last- und Geschwindigkeitsindex darfst Du ohne weitere Prüfung montieren.
Achte außerdem auf das Alpine-Symbol, also das Bergpiktogramm mit der Schneeflocke. Ohne dieses Zeichen gilt ein Reifen bei Glätte rechtlich nicht als geeignet, ganz gleich wie winterlich das Profil aussieht.
Vor der Bestellung prüfst Du drei Kostenpunkte getrennt: Was verlangt die Partnerwerkstatt für Montage und Wuchten? Ist die Entsorgung der alten Reifen enthalten oder kommt sie oben drauf? Und was kosten Versand und eine mögliche Rücksendung, falls die Größe doch nicht passt? Erst diese Summe lässt sich mit dem Angebot um die Ecke vergleichen.
Fazit: früh entscheiden, in Ruhe vergleichen
Am günstigsten kaufst Du im Frühjahr, am entspanntesten Ende September. Weil der Spareffekt über die Jahre kleiner wird, bringt Dir ein Preisvergleich mehr als der perfekte Termin. Achte auf ein Produktionsdatum von höchstens drei Jahren, rechne Montage, Wuchten und Entsorgung mit ein und prüfe einmal in Ruhe, ob sich ein zweiter Radsatz für Dich rechnet. In den meisten Fällen tut er das.
Häufige Fragen zum Kauf von Winterreifen
Ab dem Frühjahr, wenn die Nachfrage abebbt. Der ADAC bestätigt, dass antizyklisches Kaufen bei Winterreifen einen höheren Effekt haben kann, schränkt aber ein: Der früher stärker ausgeprägte Spareffekt wird seit einigen Jahren zunehmend geringer. Er empfiehlt deshalb, vorrangig die Preise zu vergleichen statt auf einen bestimmten Kauftermin zu setzen.
Spätestens Ende September oder Anfang Oktober. Der Grund ist der Werkstatttermin: Ab Mitte September werden regional Wartezeiten von bis zu vier Wochen gemeldet, ab Mitte Oktober sind viele Betriebe wochenlang ausgebucht. Die Ware selbst trifft üblicherweise binnen weniger Werktage ein. Sichere Dir also zuerst den Termin und wähle danach in Ruhe aus.
Höchstens drei Jahre. Der ADAC schreibt, frischer Gummi greife am besten und ein Reifen solle beim Kauf nicht älter als drei Jahre sein. Das Produktionsdatum liest Du als vierstellige Zahl im Oval auf der Reifenflanke ab, Woche und Jahr. Eine gesetzliche Altersgrenze für Pkw-Reifen gibt es nicht.
Ja, sofern Du genau hinschaust. Ein amtliches Gütezeichen für gebrauchte Ware existiert nicht, und privat entfällt die Gewährleistung meist. Miss die Profiltiefe an mehreren Stellen, lies das Alter auf der Flanke ab, suche nach Rissen und Beulen und frag nach, wie die Reifen über den Sommer gelagert waren.
Das Umstecken fertiger Kompletträder liegt bei 25 bis 45 Euro je Satz. Reifen neu aufziehen und wuchten kostet 60 bis 120 Euro je Satz. Dazu kommen je nach Bedarf 5 bis 15 Euro je Rad für das Anlernen der RDKS-Sensoren, 2,50 bis 8 Euro je Reifen für die Entsorgung und meist 20 bis 40 Euro für die Einlagerung.
Für wenige Kilometer im Flachland reicht eine solide Zweitmarke meist aus. Wer täglich pendelt, schwer unterwegs ist oder oft in Höhenlagen fährt, merkt den Unterschied bei Nässe und beim Bremsweg. Verlass Dich dabei auf unabhängige Tests der aktuellen Saison, denn die Rangfolge ändert sich von Jahr zu Jahr.
Hast Du einen Fehler entdeckt oder möchtest Du uns Feedback geben? Wir freuen uns auf Deine Nachricht!