Reifendruck bei Winterreifen: Wie viel bar wirklich richtig sind
Eine allgemeingültige bar-Zahl für Winterreifen gibt es nicht. Der richtige Wert steht an Deinem Auto und nicht auf dem Reifen, und er gilt im Sommer wie im Winter. Was sich in der kalten Jahreszeit ändert, ist nicht der Sollwert, sondern das Tempo, in dem der Druck absinkt. Hier liest Du, wo der Wert für Dein Fahrzeug steht, wie stark die Kälte daran zieht und was von der viel zitierten Regel mit den 0,2 bar zu halten ist.
Inhaltsverzeichnis
Wie viel bar gehören auf Winterreifen?
Genau so viel, wie der Hersteller für Dein Fahrzeug vorgibt. Einen eigenen Winterwert nennt weder ein Prüfinstitut noch ein Reifenhersteller.
Continental beantwortet die Frage in seinem Reifenwissen zum Winter deshalb nicht mit einer Zahl, sondern mit einer Aufforderung: "Finden Sie den empfohlenen Reifendruck für Ihr Fahrzeug". Auch der ADAC verweist auf die Angaben des Fahrzeugherstellers statt auf einen Pauschalwert.
Der Grund liegt in der Aufgabe der Luft: Sie trägt das Gewicht des Autos, und das fällt je Modell verschieden aus. Ein kompakter Kombi braucht andere Werte als eine schwere Limousine. Wie der richtige Reifendruck zustande kommt, gilt für Sommer und Winter gleichermaßen.
Und welcher Druck gilt für 205/55 R16?
Diese Frage lässt sich so nicht beantworten, weil die Reifengröße den Druck nicht festlegt.
Dieselbe Größe läuft unter sehr unterschiedlichen Autos, mal unter einem leichten Kompaktwagen, mal unter einem deutlich schwereren Van. Sie sagt also nur, welcher Reifen auf die Felge passt, nicht, wie viel Luft er tragen muss.
Am Aufkleber Deines Wagens siehst Du das sofort: Dort stehen die Werte je nach Reifengröße und Beladung. Für zwei Personen mit leichtem Gepäck gilt eine andere Zeile als für das voll besetzte Auto mit Dachbox, und vorn weicht die Angabe oft von hinten ab.
Wer den Druck für 205/55 R16 oder 225/45 R17 sucht, findet die Antwort deshalb schneller am eigenen Wagen als in irgendeiner Tabelle im Netz.
Wo der richtige Wert an Deinem Auto steht
An fünf Stellen, und mindestens eine davon hast Du bei jeder Fahrt dabei. Der ADAC nennt diese Fundorte:
- in der Beschreibung in der Bedienungsanleitung
- an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür
- auf einem Aufkleber im Handschuhfach
- an der Innenseite des Tankverschlusses
- in den Reifendrucktabellen der Hersteller im Internet
Am schnellsten geht es an der Fahrertür. Du öffnest sie und schaust auf die B-Säule, also den breiten Holm zwischen Vorder- und Hintertür, in den das Türschloss beim Schließen einrastet. Dort klebt bei den meisten Fahrzeugen eine kleine Tabelle.
Lesen musst Du sie von links nach rechts: erst die Reifengröße, dann der Wert für die Vorderachse, dann der für die Hinterachse. Steht darunter eine zweite Zeile, gilt sie für das voll beladene Auto.
Diese Werte gelten für den kalten Reifen. Notiere Dir die Zahl für Deine Größe am besten einmal im Handy, dann musst Du an der Tankstelle nicht jedes Mal aussteigen und die Tür aufreißen, während hinter Dir jemand wartet.
Was die Kälte mit dem Druck macht
Die Kälte senkt ihn, und zwar messbar. Continental beziffert es so: "Der Luftdruck fällt um 1-2 PSI oder 0,07 bis 0,14 bar bei jeweils allen 10 °C".
Rechne das einmal auf einen normalen Winter um. Wenn Du im Oktober bei 15 Grad auffüllst und im Januar bei minus 5 Grad losfährst, liegen 20 Grad dazwischen. Dem Reifen fehlen dann 0,14 bis 0,28 bar, ohne dass ein einziges Gramm Luft entwichen wäre.
| Temperaturabfall | Druckverlust | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|
| 10 Grad | 0,07 bis 0,14 bar | fällt im Fahrgefühl kaum auf, zeigt sich aber am Messgerät |
| 20 Grad | 0,14 bis 0,28 bar | der übliche Abstand zwischen mildem Herbsttag und Frostnacht |
| 30 Grad | 0,21 bis 0,42 bar | so viel fehlt nach einem kräftigen Kälteeinbruch |
Daraus folgt die wichtigste Erkenntnis dieses Beitrags: Im Winter brauchst Du nicht mehr Luft, sondern häufigeres Nachmessen.
Muss im Winter wirklich 0,2 bar mehr drauf?
Nein, als Winterregel gibt es das nicht. Was es gibt, ist ein ganzjähriger Spartipp, der unterwegs zur Kälteregel umgedeutet wurde.
ADAC-Experte Ruprecht Müller begründet den Aufschlag nämlich ganz anders: "Aus Komfortgründen wird meist nur der Mindestdruck von den Herstellern angeben. Eine Erhöhung um 0,2 bar ist beim Komfort kaum zu spüren, reduziert aber den Kraftstoffverbrauch, ohne an Sicherheit einzubüßen."
In diesem Satz steht kein Wort von Schnee, Kälte oder Winterreifen. Es geht um den Verbrauch, im Juli genauso wie im Januar. Nachlesen kannst Du das in den Hinweisen des ADAC zum Reifendruck.
Mit diesem Aufschlag zu fahren ist also erlaubt, spart aber Sprit statt die Kälte auszugleichen. Wer den Winter im Griff haben will, greift lieber regelmäßig zum Messgerät.
Richtig messen: kalt und alle zwei Wochen
Gemessen wird am kalten Reifen, und zwar alle zwei Wochen. Dieses Intervall nennen ADAC und Continental übereinstimmend.
Warum kalt? Fährt der Reifen, wird er warm, und die Luft darin dehnt sich aus. Das Messgerät zeigt dann mehr an, als tatsächlich drin ist. Lässt Du in diesem Zustand Luft ab, steht der Reifen nach dem Abkühlen unter dem Sollwert.
Continental rät deshalb: "Sie erhalten einen genaueren Messwert, wenn Sie den Druck als Erstes am Morgen prüfen oder wenn sie einige Stunden lang nicht benutzt worden sind." Der ADAC formuliert es ähnlich und empfiehlt, vor der Fahrt zu messen, idealerweise bei etwa 20 Grad Außentemperatur und keinesfalls am zu warmen Reifen.
Als Faustregel gilt ein Reifen üblicherweise als kalt, wenn das Auto längere Zeit gestanden hat. Die kurze Strecke zur nächsten Tankstelle ist dabei kein Problem.
Wenn Du ohnehin vor dem Rad hockst, wirf gleich einen Blick auf die Profiltiefe und schraub die Ventilkappen wieder fest auf. Beides dauert keine fünf Minuten und verrät Dir mehr über Deine Winterräder als jede Warnleuchte.
Was zu wenig oder zu viel Druck anrichtet
Zu wenig Druck kostet Sicherheit, zu viel kostet Komfort und Gummi. Der gefährlichere Fall ist eindeutig der erste.
Der ADAC wird dabei ungewöhnlich deutlich: "Bereits bei einem Luftdruck von einem halben Bar zu wenig verändern sich die Fahreigenschaften des Pkw: Der Bremsweg kann länger werden, die Kurvenlage schlechter, und bei besonders hohen Geschwindigkeiten besteht sogar die Gefahr, dass der Reifen platzt."
Ein halbes Bar klingt nach wenig. Es ist ungefähr das, was ein kräftiger Kälteeinbruch und ein paar vergessene Wochen zusammen schaffen.
| Abweichung | Belegte Folge | Was Du tun kannst |
|---|---|---|
| Zu wenig Druck | rund 1.000 Verkehrsunfälle pro Jahr in Deutschland stehen mit Reifenproblemen in Verbindung | auf den Wert am Fahrzeug auffüllen, danach alle zwei Wochen kontrollieren |
| Ein halbes Bar zu wenig | der Bremsweg kann länger werden, die Kurvenlage schlechter, bei hohem Tempo droht ein Reifenplatzer | vor der nächsten längeren Fahrt prüfen und auffüllen |
| Zu viel Druck | schlechterer Fahrkomfort und ungleichmäßiger Abrieb | am kalten Reifen auf den Herstellerwert ablassen |
Eine feste Obergrenze nennt der ADAC nicht, sie erübrigt sich auch, weil die Richtschnur am Fahrzeug klebt. Nutzt sich die Lauffläche mittig sichtbar schneller ab als an den Schultern, lief der Satz lange mit zu viel Luft. Wer darüber nachdenkt, neue Winterreifen zu kaufen, prüft den alten Satz genau daraufhin.
Was beim Radwechsel mit dem RDKS zu beachten ist
Der zweite Radsatz braucht eigene Sensoren, und das Fahrzeug muss sie erkennen. Genau hier hakt es beim Wechsel im Herbst und im Frühjahr am häufigsten.
Vorgeschrieben ist das System nach der EU-Verordnung 661/2009. Für neu typgenehmigte Fahrzeuge der Klasse M1 gilt die Pflicht ab dem 01.11.2012, für alle neu zugelassenen ab dem 01.11.2014.
Beim saisonalen Wechsel erkennt das Auto die Sensoren des zweiten Satzes entweder nach einer kurzen Fahrt von selbst, oder sie müssen über das Fahrzeugmenü beziehungsweise mit einem Diagnosegerät angelernt werden. Welcher Weg gilt, hängt am Modell.
Mit Kosten ist zu rechnen: Je nach Fahrzeug und Werkstatt liegen die Sensoren bei etwa 30 bis 80 Euro je Stück, Einbau und Anlernen bei etwa 50 bis 100 Euro. Seit dem 20.05.2018 gilt ein defektes werkseitiges System bei der Hauptuntersuchung als erheblicher Mangel.
Bleibt die Kontrollleuchte nach dem Wechsel an, liegt das häufig nicht an der Luft, sondern an einem Geber, den das Auto noch nicht kennt oder dessen Batterie nach Jahren aufgibt. Wie RDKS-Sensoren arbeiten, lohnt sich vor dem nächsten Werkstatttermin zu wissen.
Beim zweiten Satz zählt deshalb das Gesamtpaket, nicht allein der Felgenpreis. Originale Felgen bringen Lochkreis, Einpresstiefe und Herstellerfreigabe passend mit, eine Einzelabnahme entfällt. Genau solche originalen Felgen und Kompletträder für Audi, BMW, Mercedes einschließlich AMG und Porsche verkauft OR24.de weiter, fahrfertig ausgewuchtet.
Bevor Du den abgelegten Satz richtig einlagerst, prüfst Du auch dort die Luft. Ein Rad mit zu wenig davon steht eine halbe Saison auf derselben Stelle.
Fazit: der Wert bleibt, das Messen ändert sich
Such nicht nach der bar-Zahl für Winterreifen, sondern nach dem Aufkleber an Deiner Fahrertür. Diese Angabe gilt das ganze Jahr. Neu ist in der kalten Jahreszeit nur, dass jeder Temperatursturz Luftdruck kostet und Du deshalb häufiger am ausgekühlten Rad nachmisst. Die bekannten 0,2 bar mehr bleiben ein Spartipp für den Verbrauch. Und meldet das Auto beim Wechsel die Sensoren, gehört das einfach zum Termin dazu.
Häufige Fragen zum Reifendruck bei Winterreifen
So viel, wie der Autobauer vorschreibt. Einen eigenen Winterwert gibt es nicht, weder beim ADAC noch bei den Reifenherstellern. Continental nennt daher keine Zahl, sondern schickt Dich an Dein Auto. Nachschlagen kannst Du die Angabe an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür, im Handschuhfach, an der Innenseite des Tankverschlusses oder in der Bedienungsanleitung.
Das hängt nicht an der Größe, sondern am Auto. Dieselbe Größe läuft unter leichten und unter deutlich schwereren Fahrzeugen, und der Druck muss dieses Gewicht tragen. Auf dem Aufkleber am Fahrzeug stehen die Werte je nach Reifengröße und Beladung, oft mit einer zweiten Zeile für das voll beladene Auto und mit eigenen Angaben für Vorder- und Hinterachse.
Nein, die Vorgabe bleibt gleich. Der bekannte Aufschlag von 0,2 bar stammt vom ADAC, gilt dort aber ganzjährig und zielt auf einen sparsameren Verbrauch. Entscheidend ist in der kalten Jahreszeit etwas anderes: Mit sinkender Temperatur sackt die vorhandene Luftfüllung ab, deshalb gehört das Messgerät häufiger ans Ventil.
Alle zwei Wochen, darin sind sich ADAC und Continental einig. Gemessen wird am ausgekühlten Rad. Continental rät zur Kontrolle gleich morgens oder nach mehreren Stunden Standzeit, der ADAC nennt den Moment vor der Abfahrt und ungefähr 20 Grad Außentemperatur als günstig. Ein warm gefahrenes Rad täuscht Dir zu hohe Werte vor.
Es wird brenzlig, bevor Du etwas merkst. Schon ein halbes Bar unter dem Sollwert verändert laut ADAC die Fahreigenschaften: Der Bremsweg wächst möglicherweise, die Kurvenlage leidet, und bei sehr hohem Tempo droht ein geplatzter Reifen. Das Statistische Bundesamt zählt jährlich etwa 1.000 Unfälle in Deutschland, die mit Reifenproblemen zusammenhängen.
Das hängt vom Fahrzeug ab. Manche Modelle erkennen die Sensoren des zweiten Radsatzes nach einer kurzen Fahrt von selbst, bei anderen läuft das Anlernen über das Fahrzeugmenü oder ein Diagnosegerät. Je nach Fahrzeug und Werkstatt kosten Sensoren etwa 30 bis 80 Euro je Stück, Einbau und Anlernen etwa 50 bis 100 Euro. Ein defektes werkseitiges System ist seit dem 20.05.2018 ein erheblicher Mangel bei der Hauptuntersuchung.
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