Felgen und Räder richtig lagern – Tipps für optimale Haltbarkeit
Nach dem Wechsel der Räder steht die richtige Lagerung der abgeschraubten Reifen und Felgen an, eine Aufgabe, die viele oft verschieben. Doch eine falsche Lagerung kann langfristig Schäden verursachen und die Lebensdauer der Reifen verkürzen. Unsere Anleitung zeigt Dir die besten Methoden zur Lagerung Deiner Felgen und Kompletträder, damit sie bis zum nächsten Einsatz in bestem Zustand bleiben.
Inhaltsverzeichnis
Warum ist die richtige Lagerung wichtig?
Reifen und Felgen sind durch ihre Materialzusammensetzung anfällig für Verformungen, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Ohne korrekte Lagerung kann es zu Schäden kommen, die beim nächsten Einsatz Deiner Sommerreifen gefährlich werden könnten. Eine durchdachte Lagerung schützt vor unnötigem Verschleiß und spart Dir auf lange Sicht Kosten.
Wie werden Felgen und Kompletträder richtig eingelagert?
Effektive Lagerung für Felgen und Kompletträder
Kompletträder lagerst Du laut ADAC am besten liegend oder hängend, Reifen ohne Felge stehend. Um die Lebensdauer Deiner Felgen und Kompletträder zu verlängern, ist die Wahl der richtigen Lagerungsmethode entscheidend. Hier sind die effektivsten Optionen für eine sichere und platzsparende Lagerung:
1. Lagerung mit einem Felgenbaum
Der Felgenbaum ist eine der sichersten und effektivsten Methoden zur Lagerung. Er erlaubt eine gute Luftzirkulation und sorgt dafür, dass jedes Rad nur sein eigenes Gewicht trägt. Dadurch werden Druckstellen vermieden, denn jedes Rad liegt flach auf seiner eigenen Ablage. Gerade bei originalen Felgen lohnt es sich, auf die richtige Lagerungsmethode zu achten, um die hochwertige Optik und die Unversehrtheit der Felge langfristig zu erhalten.
2. Wandmontage
Die Wandmontage bietet eine platzsparende Alternative, da die Felgen mit speziellen Haltern aufgehängt werden. Diese Methode ermöglicht ebenfalls eine gute Belüftung, allerdings wird das Gewicht der Felge auf eine kleinere Fläche verteilt. Mit geeigneten Wandhaltern, die für das Gewicht Deiner Räder ausgelegt sind und fest an der Wand sitzen, ist das unproblematisch: Der ADAC nennt das Aufhängen ausdrücklich als passende Lagerung für Kompletträder. Nur bei ungeeigneten Haltern kann es zu leichten Unwuchten kommen, die erst nach dem erneuten Montieren im Fahrbetrieb auffallen könnten.
3. Übereinanderstapeln der Räder
Das Stapeln von Kompletträdern ist eine einfache Lagermethode, sollte jedoch sorgfältig durchgeführt werden. Die Räder liegen dabei flach übereinander, und der Stapel sollte laut Continental nicht zu hoch werden. Erhöhe vorher den Reifendruck um etwa 0,5 bar über den normalen Druck, weil Reifen während der Lagerung Luft verlieren. Reifen ohne Felge stapelst Du dagegen nicht, sie werden stehend gelagert. Verwende beim Stapeln idealerweise Reifentüten, um die Räder vor Schmutz und Staub zu schützen.
4. Lagerung im Räderregal
Eine weitere häufig genutzte Variante ist das Lagern in einem Räderregal. Diese Methode ist vor allem in Werkstätten beliebt, da sie platzsparend ist. Wichtig ist hier ebenfalls, den Luftdruck um 0,5 bar zu erhöhen, da durch die stehende Lagerung Verformungen auftreten können. So bleiben Deine Reifen auch im stehenden Zustand stabil.
Die vier Methoden im Überblick:
| Methode | Geeignet für | Worauf Du achtest |
|---|---|---|
| Felgenbaum | Kompletträder | Jedes Rad liegt flach auf einer eigenen Ablage und trägt nur sein eigenes Gewicht. |
| Wandhalter | Kompletträder | Halter passend zum Gewicht der Räder wählen und fest montieren. Reifen ohne Felge nicht aufhängen. |
| Stapel | Kompletträder | Liegend und nicht zu hoch stapeln, Luftdruck vorher um 0,5 bar anheben. Reifen ohne Felge nicht stapeln. |
| Räderregal | Mehrere Radsätze, häufig in Werkstätten | Platzsparend, Luftdruck vorher um 0,5 bar anheben. |
Reifen ohne Felge nicht stapeln, Kompletträder dürfen liegend gestapelt werden.
Lagerungstipps für längere Reifenlebensdauer
Zusätzlich zur Wahl der richtigen Lagerungsmethode gibt es weitere Maßnahmen, um die Lebensdauer von Felgen und Reifen zu verlängern. Schütze Deine Reifen vor direktem Sonnenlicht, da UV-Strahlung das Gummi aushärtet und Risse verursachen kann. Sorge für einen trockenen und gut belüfteten Lagerraum, um Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu verhindern. Eine Garage eignet sich nur, wenn die Temperatur dort nicht stark schwankt und es nicht feucht ist, sonst ist laut Continental der Keller die bessere Wahl. Ein regelmäßiger Luftdruck-Check bei gelagerten Reifen ist ebenfalls sinnvoll, um den Zustand der Reifen stets unter Kontrolle zu behalten. Stehen die Reifen, drehst Du sie alle paar Monate ein Stück weiter, um Druckstellen auszugleichen.
Die gründliche Reinigung von Reifen und Felgen vor der Lagerung ist ein wichtiger, oft übersehener Schritt. Entferne Schmutz, Bremsstaub und Salzreste, um Korrosion zu vermeiden. Verwende dabei keine aggressiven Chemikalien, sondern laut ADAC mildes Spülmittel, Wasser und eine Bürste, und lass die Räder danach vollständig trocknen. Mit dem Hochdruckreiniger hältst Du mindestens 50 cm Abstand. Eine saubere Lagerung schützt das Material und bereitet Deine Räder optimal auf die nächste Saison vor.
Vor dem Einlagern lohnen sich noch drei Handgriffe:
- Räder beschriften: Markiere die Position jedes Rades, zum Beispiel mit Kreide, Aufklebern oder beschrifteten Ventilkappen. So kommt jedes Rad später wieder auf dieselbe Seite, wie es der ADAC empfiehlt.
- Reifenalter prüfen: Das Herstelldatum steckt in der DOT-Nummer auf der Flanke. Ist ein Reifen acht bis zehn Jahre alt, ist laut ADAC Schluss.
- Sensoren im Rad lassen: Hat Dein Auto Sensoren in den Rädern, bleiben sie beim Einlagern im Rad. Nach dem nächsten Wechsel musst Du das RDKS je nach Auto neu anlernen.
Vermeide häufige Fehler bei der Reifenlagerung
Eine unsachgemäße Lagerung kann zu erheblichen Schäden an Reifen und Felgen führen, die Du möglicherweise erst bei der nächsten Montage bemerkst. Dies gilt besonders für Sommer- oder Winterreifen, die mehrere Monate ruhen. Diese sechs häufigen Fehler solltest Du unbedingt vermeiden:
- Reifenalterung durch Licht und Wärme: Lagere die Reifen stets an einem kühlen, dunklen und gut belüfteten Ort, um UV-Schäden zu verhindern und eine vorzeitige Alterung zu vermeiden.
- Schäden durch Chemikalien und Öle: Kontakt mit Chemikalien, Öl oder Benzin kann das Material Deiner Reifen beschädigen und zu Rissen sowie anderen strukturellen Problemen führen.
- Verschmutzungen durch Bremsstaub und Schmutz: Schmutz, Bremsstaub und Salz gehören vor dem Einlagern runter. Reinige die Reifen gründlich vor der Lagerung, um Schäden zu verhindern.
- Stehende Lagerung ohne optimalen Druck: Eine stehende Lagerung mit zu niedrigem Luftdruck fördert Verformungen und Druckstellen an der Lauffläche Deiner Reifen.
- Schäden durch Feuchtigkeit und Rost: Ständige Feuchtigkeit schadet dem Gummi und kann an der Felge Rost fördern. Halte den Lagerraum trocken und gut belüftet.
- Ozon und Wärme von der Heizung: Continental rät ausdrücklich, Ozon zu vermeiden. Es entsteht zum Beispiel an Elektromotoren mit Kontaktbürsten, wie sie in Kompressoren, Generatoren oder Pumpen stecken. Lagere die Räder deshalb nicht neben solchen Geräten und halte Abstand zur Heizung.
Vorteile der professionellen Reifenlagerung
Wer zuhause keinen passenden Platz hat, kann die professionelle Reifenlagerung bei einem Fachbetrieb in Betracht ziehen. Viele Werkstätten bieten das Einlagern von Reifen und Rädern gegen Gebühr an. Laut ADAC kostet das im Schnitt 30 bis 60 Euro pro Satz und Saison, Pakete mit Montage und Reinigung bis zu 100 Euro oder mehr. Dadurch sparst Du Platz und den Aufwand, die Räder selbst zu transportieren und zu lagern. Frag vorher nach, ob die Räder klimatisiert und versichert gelagert werden und ob ein Check vor der Montage dazugehört.
Fazit: Die richtige Lagerung zahlt sich aus
Die passende Lagerungsmethode für Deine Felgen und Reifen hängt von den räumlichen Gegebenheiten und Deinen Präferenzen ab. Doch egal, ob Felgenbaum, Wandhalterung, Räderregal oder übereinander Stapeln: Erhöhe den Luftdruck um rund 0,5 bar, lagere die Räder kühl, dunkel und trocken und vermeide typische Fehler. So verlängerst Du die Lebensdauer Deiner Bereifung und startest sicher in die nächste Saison.
FAQ - Häufige Fragen
Kompletträder lagerst Du laut ADAC am besten liegend oder hängend, zum Beispiel flach auf einem Felgenbaum, an geeigneten Wandhaltern oder als nicht zu hoher Stapel. Ein Räderregal spart zusätzlich Platz, dort erhöhst Du den Luftdruck um 0,5 bar. Reifen ohne Felge lagerst Du stehend und drehst sie alle paar Monate ein Stück weiter. In jedem Fall gehört alles in einen kühlen, dunklen und trockenen Raum.
Beides eignet sich, es kommt auf Platz und Menge an. Auf dem Felgenbaum liegt jedes Rad flach auf einer eigenen Ablage und trägt nur sein eigenes Gewicht, der Baum selbst braucht wenig Stellfläche. Ein Räderregal ist platzsparend und lohnt sich vor allem bei mehreren Radsätzen, deshalb steht es in vielen Werkstätten. Bei beiden Varianten erhöhst Du vorher den Luftdruck um rund 0,5 bar.
Ja, Kompletträder darfst Du liegend übereinander stapeln. Continental rät aber, den Stapel nicht zu hoch werden zu lassen. Erhöhe vorher den Luftdruck um rund 0,5 bar, weil Reifen während der Lagerung Luft verlieren. Eine Reifentüte pro Rad hält Schmutz und Staub fern. Reifen ohne Felge stapelst Du dagegen nicht, sie lagern stehend.
Rund 0,5 bar mehr als die Herstellerangabe. Der ADAC begründet das damit, dass Reifen während der Lagerzeit langsam Luft verlieren. Den Wert für Dein Auto findest Du in der Betriebsanleitung oder auf dem Aufkleber am Fahrzeug, zum Beispiel an der Türkante oder in der Tankklappe. Vor der Montage stellst Du wieder den normalen Druck ein, gemessen am kalten Reifen.
Ja, unbedingt. Schmutz, Bremsstaub und Salz gehören vor der Lagerung runter, damit keine Korrosion entsteht. Der ADAC empfiehlt mildes Spülmittel, Wasser und eine Bürste. Arbeitest Du mit dem Hochdruckreiniger, halte mindestens 50 cm Abstand zum Reifen. Danach lässt Du die Räder vollständig trocknen, bevor sie in die Tüte oder ins Regal kommen.
Ja, wenn der Raum kühl, dunkel und trocken ist. Der ADAC nennt Keller und Garage ausdrücklich als mögliche Lagerorte. Continental weist aber darauf hin, dass die Temperatur in vielen Garagen stark schwankt und es dort oft feucht ist. Trifft das auf Deine Garage zu, ist der Keller die bessere Wahl. Halte außerdem Abstand zu Heizung, Öl, Lösungsmitteln und Geräten wie Kompressoren.
Ja, vor allem wenn Dir zuhause der Platz fehlt oder Du die Räder nicht selbst transportieren möchtest. Laut ADAC kostet die Einlagerung in der Werkstatt im Schnitt 30 bis 60 Euro pro Satz und Saison, Pakete mit Montage und Reinigung bis zu 100 Euro oder mehr. Frag vorher nach, ob die Räder klimatisiert und versichert lagern.
Hast Du einen Fehler entdeckt oder möchtest Du uns Feedback geben? Wir freuen uns auf Deine Nachricht!