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Autoreifen flicken - Ist das erlaubt?

Autoreifen flicken: Was erlaubt ist und wie es funktioniert

Lesezeit: 5 Min.
OR24
19.08.2024

Nun ist es passiert: Ein Reifen Deines Wagens hat einen Schaden, etwa durch einen eingefahrenen Nagel oder ein anderes scharfes Teil auf der Straße. Was tun: Den Reifen direkt austauschen oder doch flicken lassen? Ist Letzteres überhaupt erlaubt, und kann man es vielleicht sogar selbst machen? Kurz gesagt: Einen kleinen Einstich in der Lauffläche darf eine Fachwerkstatt reparieren, Pannenspray und Co. sind dagegen nur eine Notlösung bis zur Werkstatt. Unser Ratgeber klärt Dich auf.


Reifen flicken laut StVZO: Was ist erlaubt?

Grundsätzlich ist es nicht verboten, einen Reifen zu flicken, es sind diesbezüglich aber einige Auflagen einzuhalten. Grundlage sind § 36 StVZO und die Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums für die Instandsetzung von Luftreifen. So dürfen beispielsweise nur kleine Stichverletzungen in der Lauffläche repariert werden. Auch sollte die Schadstelle höchstens 5 bis 6 mm groß sein, darüber ist eine Reparatur laut ADAC meist nicht mehr möglich. Das gilt ebenso für Schäden an der Flanke oder an der Innenseite des Reifens. Eine dauerhafte Reparatur gehört in eine Reifenfachwerkstatt: Der Reifen wird dafür von der Felge genommen und von innen verschlossen. Alles, was Du selbst unterwegs machst, ist nur eine Notlösung bis zur Werkstatt.

Schraube in der Lauffläche eines Autoreifens, Nahaufnahme

Reifen flicken: Vor- und Nachteile im Überblick

Der größte Vorteil beim Autoreifen flicken ist natürlich der im Vergleich zum Kauf eines Neureifens günstigere Preis. Demgegenüber steht, dass eine Reparatur nur bei kleinen Einstichen in der Lauffläche möglich ist und nur eine Fachwerkstatt entscheiden kann, ob Dein Reifen noch zu retten ist. Notlösungen wie Pannenspray oder Stopfen helfen Dir, wenn zum Beispiel fernab der Heimat ein Schaden auftritt, sie bringen Dich aber nur bis zur Werkstatt.

Reifen reparieren lassen beim Fachmann

Es ist unabdingbar, die Reifen in regelmäßigen Abständen auf Beschädigungen zu kontrollieren. Überprüfe, ob die Reifen Schnitte, Kratzer, Abschürfungen oder Dellen bzw. Beulen haben. Auch das Profil sollte auf Einschnitte und ausreichend Profiltiefe kontrolliert werden. Bei starken Beschädigungen musst Du den Reifen unbedingt gegen ein neues Exemplar austauschen. Denn sonst ist keine ausreichende Sicherheit mehr gewährleistet und es kann zu schweren Unfällen aufgrund eines Reifenplatzers oder Ähnlichem kommen.

Es gibt Beschädigungen, die behoben und repariert werden können. Allerdings solltest Du bei Schäden am Reifen immer einen Fachmann für eine Reparatur oder Ausbesserung aufsuchen und Dich nicht selbst am Reifen versuchen.

Einschnitte, Risse und Dellen können am Reifen zu einem schleichenden Luftverlust führen, der bei Nichterkennen durch Reibung des Materials schnell zu einem Reifenplatzer führen kann. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten kann ein solcher Reifenplatzer verheerende Folgen haben. Wer mit defekten Reifen unterwegs ist, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern muss auch mit rechtlichen Konsequenzen bei einer Reifenpanne rechnen. Derartige Beschädigungen des Gummis können zudem auch Auswirkungen auf die Karkasse haben. Ist die Karkasse einmal in Mitleidenschaft gezogen, so ist eine Reparatur in der Regel nicht mehr möglich. Der Reifen muss dann auf jeden Fall erneuert werden. Solange aber die Karkasse noch unbeschädigt ist, kann eine Reifenreparatur möglich und lohnenswert sein.

Nach ausführlicher Untersuchung des Reifens wird der Reifenspezialist entscheiden, ob eine Reparatur noch möglich ist. Je nach Beschädigungsgrad und Art wird der Schaden mithilfe von speziellen Materialien und Heizgeräten vulkanisiert und damit ausgebessert. Da nicht jeder Schaden reparierbar ist, solltest Du immer zusammen mit dem Reifenspezialisten abwägen, ob die Reparatur sinnvoll und auch wirtschaftlich ist.

Was passiert beim Reifen Vulkanisieren?

Wenn man von "Reifen vulkanisieren" spricht, ist damit der Prozess gemeint, bei dem ein Autoreifen repariert wird. Wenn Du einen eingefahrenen Nagel oder ein kleines Loch in der Lauffläche hattest, wird im ersten Schritt das besagte Loch gestopft. Anschließend kommt man zum Reifen vulkanisieren. Dies beschreibt den Vorgang, wenn der Stopfen mit dem eigentlichen Reifen verbunden wird.

Dafür nimmt die Werkstatt den Reifen von der Felge, verschließt den Stichkanal und setzt von innen einen Reparaturkörper ein, der sich mit dem Reifen verbindet. Je nach Verfahren geschieht das mit Wärme (Warm- oder Heißvulkanisation) oder chemisch (Kaltvulkanisation). Das dauert laut ADAC etwa zwei Stunden.

Welche Reifen dürfen vulkanisiert werden?

Viele Reifen können fachgerecht vulkanisiert werden. Ein gesetzliches Tempolimit gibt es für reparierte Reifen nicht: Hat die Fachwerkstatt den Reifen nach den Richtlinien instand gesetzt, darf er laut ADAC wieder bis zu seinem ursprünglichen Geschwindigkeitsindex gefahren werden. Bei Reifen für sehr hohe Geschwindigkeiten, also über 240 km/h, lehnen manche Werkstätten eine Reparatur trotzdem ab. Frag deshalb vorher nach, ob Deine Werkstatt Deinen Reifen annimmt.

Wenn das zu schließende Loch zu groß ist, dürfen Autoreifen auch nicht vulkanisiert werden. Je älter ein Reifen wird, desto risikoreicher wird auch das Reifen vulkanisieren. Daher solltest Du zu der Werkstatt Deines Vertrauens gehen und Dich von Profis beraten lassen, ob Vulkanisieren noch Sinn macht.

Ist der Schaden klein und liegt in der Lauffläche, ist die Reparatur oft eine günstige Alternative zum Neukauf.

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Reifenpanne unterwegs: Möglichkeiten der Reparatur

Eine Reifenpanne kann jeden jederzeit treffen. Gut, wenn Du dann weißt, welche Möglichkeiten Du unterwegs hast.

Während früher jedes Fahrzeug über ein vollwertiges Ersatzrad verfügte, ist dieses Hilfsmittel mittlerweile immer mehr aus der Mode gekommen. Viele moderne Fahrzeuge haben lediglich noch ein Pannenspray samt kleinem Kompressor an Bord. Das spart Gewicht und Platz. Abdichten lassen sich damit aber nur kleine Einstiche in der Lauffläche, laut ADAC bis etwa 4 bis 5 mm.

Reifen flicken: Anleitung mit Pannenspray

Übersicht verschiedener Pannensprays zur schnellen Reparatur von beschädigten Reifen (Preise dienen nur als Beispiel)

Suche zunächst die Reifen nach Fremdkörpern und sichtbaren Beschädigungen ab. Beachte nun die Anleitung des Sets. In der Regel bleibt ein Fremdkörper wie ein Nagel im Reifen stecken, nur wenn die Anleitung es ausdrücklich verlangt, wird er entfernt. Nun kann das Pannenspray zum Einsatz kommen. Danach wird der Reifen mit dem beiliegenden Kompressor befüllt. Die Fahrt mit einem so abgedichteten Reifen sollte allerdings nur bis zur nächsten Werkstatt dauern. Dabei hältst Du Dich an die Höchstgeschwindigkeit, die auf dem Set steht, laut ADAC meist 80 km/h.

Wichtig: Ein mit Dichtmittel behandelter Reifen darf danach nicht mehr repariert werden, er muss ersetzt werden.

Falls in Deinem Fahrzeug ein klassisches Ersatzrad zum Einsatz kommt, ist der Räderwechsel prinzipiell nicht schwer, wenn Du die Arbeitsabläufe kennst.

Hat Dein Auto eine Reifendruckkontrolle, musst Du das RDKS nach dem Radtausch unter Umständen neu anlernen.

Autoreifen selber flicken: Was Reparatursets leisten

Neben Pannensets mit Kompressor und Dichtmittel gibt es seit Jahren Reparatursets mit Gummistopfen oder gummierten Fäden, die von außen in den Stichkanal gesteckt werden. Sie dichten einen kleinen Einstich in der Lauffläche provisorisch ab, ohne dass der Reifen von der Felge muss. Das ist aber nur eine Notlösung bis zur Werkstatt: Laut ADAC ist eine spätere professionelle Reparatur danach ausgeschlossen, der Reifen muss ersetzt werden.

Moderne Reparaturkits ermöglichen eine schnelle, einfache Behebung kleinerer Schäden. Beachte jedoch, dass diese Methode nur temporär ist.

Tipp: Ein Flickzeug sollte in der Gebrauchsanweisung Hinweise für die externe Anwendung enthalten. Am besten macht man sich schon vor einer Panne mit der Anleitung vertraut. Im Notfall geht es dann schneller.

Nägel, Schrauben oder kleine Scherben: Was sich abdichten lässt

Ein Autoreifen ist widerstandsfähiger als so mancher Autofahrer denkt. Seitlich vorhandene Schäden wie Schnitte oder Stiche können selbst mit den besten Notfallkits nicht geflickt werden. Neuartige Reparaturkits können dagegen kleine Einstiche in der Lauffläche provisorisch abdichten, wenn sich etwa ein Nagel oder eine spitze Glasscherbe im Reifen verfangen hat.

Tipp: Lass eine Schraube oder einen Nagel zunächst im Reifen stecken, so entweicht die Luft langsamer. Nur wenn Du ein Reparaturset mit Gummistopfen nutzt und dessen Anleitung es verlangt, wird der Fremdkörper entfernt. Zur Verarbeitung unbedingt die Hinweise in der Anleitung des Reparatursatzes beachten und danach direkt zur Werkstatt fahren.

Schrauben auf der Straße: Gefahr für Autoreifen

Kaufberatung: Welches Pannenset oder Pannenspray ist das richtige für Dich?

Die Wahl des richtigen Pannensets oder Pannensprays hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der Beschädigung, der Größe des Fahrzeugs und der Häufigkeit von Langstreckenfahrten. Pannensets mit Kompressor und Dichtmittel bringen den Reifen nach dem Abdichten wieder auf Druck, ein reines Pannenspray ist kleiner und schneller zur Hand. Beide helfen nur bei kleinen Einstichen in der Lauffläche bis etwa 4 bis 5 mm. Achte beim Kauf auf das Ablaufdatum des Dichtmittels und tausche es rechtzeitig aus. Lies die Bedienungsanleitung am besten schon vor der ersten Panne, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Fazit

Ein kleiner Einstich in der Lauffläche lässt sich oft günstig in der Fachwerkstatt reparieren, danach ist der Reifen wieder voll nutzbar. Schäden an der Flanke oder größere Löcher bedeuten dagegen einen neuen Reifen. Pannenspray, Pannenset oder Stopfen sind nur Notlösungen bis zur Werkstatt, und mit Dichtmittel behandelte Reifen müssen danach ersetzt werden.

FAQ - Häufige Fragen

Ja, wenn der Schaden klein ist und in der Lauffläche liegt. Grundlage sind § 36 StVZO und die Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums für die Instandsetzung von Luftreifen. Laut ADAC sind Löcher über 5 Millimeter meist nicht mehr reparierbar, ebenso Schäden an der Flanke oder an der Innenseite des Reifens. Ob Dein Reifen zu retten ist, entscheidet die Reifenfachwerkstatt.

Unterwegs darfst Du einen kleinen Einstich mit Pannenset, Pannenspray oder Gummistopfen provisorisch abdichten. Das ist aber nur eine Notlösung bis zur Werkstatt. Laut ADAC ist nach jeder solchen Notabdichtung eine spätere professionelle Reparatur ausgeschlossen, der Reifen muss dann ersetzt werden. Eine dauerhafte Reparatur, bei der der Reifen von der Felge genommen und von innen verschlossen wird, gehört in die Fachwerkstatt.

Laut ADAC kostet die Reparatur eines einfachen Nagellochs etwa 30 Euro bei Kaltvulkanisation und etwa 50 Euro bei der Standardreparatur mit Warm- oder Heißvulkanisation. Dazu nimmt die Werkstatt den Reifen von der Felge, die Reparatur dauert rund zwei Stunden. Die Preise können je nach Werkstatt abweichen.

Hat eine Fachwerkstatt den Reifen nach den Richtlinien repariert, gibt es laut ADAC kein gesetzliches Tempolimit allein wegen der Reparatur. Der Reifen darf wieder bis zu seinem ursprünglichen Geschwindigkeitsindex gefahren werden. Anders nach einer Notabdichtung: Dann gilt die Höchstgeschwindigkeit auf dem Pannenset, meist 80 km/h, und nur bis zur Werkstatt.

Nur bei kleinen Einstichen in der Lauffläche, laut ADAC bis etwa 4 bis 5 Millimeter Durchmesser. Bei Rissen, Schäden an der Flanke, abgelöster Lauffläche oder einem undichten Ventil hilft Dichtmittel nicht. Ein Fremdkörper bleibt meist im Reifen, außer die Anleitung sagt etwas anderes. Achte auch auf das Ablaufdatum des Dichtmittels.

Nein, laut ADAC lautet die erste Regel: den Gegenstand im Reifen stecken lassen. So bleibt das Loch weitgehend verschlossen, die Luft entweicht langsamer und Du vermeidest weitere Schäden. Fahr dann vorsichtig zur nächsten Reifenfachwerkstatt und lass dort prüfen, ob sich der Reifen reparieren lässt.

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