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Räder und Reifen richtig einlagern: Anleitung, Kosten und was bei einem Verlust zu tun ist

Räder und Reifen richtig einlagern: Anleitung, Kosten und was bei einem Verlust zu tun ist

Lesezeit: 6 Min.
OR24
22.09.2026

Kompletträder lagerst Du liegend gestapelt oder hängend, Reifen ohne Felge dagegen stehend. Der Lagerplatz ist kühl, trocken und dunkel, und den Luftdruck erhöhst Du vor der Einlagerung um rund 0,5 bar. Vorher reinigst und prüfst Du die Räder und kennzeichnest sie.

Zwei Wege durch diesen Beitrag: Dir fehlen eingelagerte Kundenräder? Dann starte beim Fahrplan im Schadensfall. Du brauchst kurzfristig Räder, für einen Kunden oder einen ganzen Fuhrpark? Dann springst Du direkt zur Ersatzbeschaffung.


Wie läuft eine fachgerechte Reifeneinlagerung ab?

Bevor die Räder ins Regal kommen, werden sie mit mildem Reiniger gewaschen und müssen vollständig trocknen. Danach prüfst Du das Profil: Liegt es nahe an den 1,6 Millimetern, die vorgeschrieben sind, lohnt die Einlagerung kaum noch, denn der Reifen übersteht die nächste Saison ohnehin nicht. Zum Schluss bekommt jeder Radsatz seine Kennzeichnung und seinen Lagerplatz.

Ins Einlagerungsprotokoll gehören Datum, Kunde, Fahrzeug, Radgröße, die Teilenummer der Felge, Profiltiefe, Zustand und Lagerplatz. Lass es vom Kunden gegenzeichnen, denn das Protokoll ist später Deine Beweisgrundlage.

Reifen lagern: stehend oder liegend?

Drei flach gestapelte Kompletträder neben einem aufrecht stehenden losen Reifen

Entscheidend ist, ob eine Felge im Reifen steckt. Ein stehendes Komplettrad drückt mit seinem ganzen Gewicht dauerhaft auf dieselbe Stelle der Lauffläche. Ein liegender Reifen ohne Felge verliert mit der Zeit seine runde Form. Deshalb steht er aufrecht und wird alle sechs Wochen eine Vierteldrehung weitergedreht.

Auch der Ort macht einen Unterschied. Von Garage, Schuppen und Dachboden rät Continental ab, weil die Temperatur dort schwankt und es meist feucht ist. Besser aufgehoben sind sie in einem Keller oder einem klimatisierten Lagerraum. Heizung, Öl und Lösungsmittel bleiben auf Abstand.

Die Regeln im Überblick:

MerkmalRegel
KompletträderLiegend gestapelt oder hängend, nie stehend
Reifen ohne FelgeAufrecht stehend, alle 6 Wochen eine 1/4-Drehung
LagerplatzKühl, trocken, dunkel, Abstand zu Heizung, Öl, Lösungsmitteln
LuftdruckRund 0,5 bar über Herstellervorgabe
Quelle: adac.de, continental-reifen.de

Reifen einlagern: Was kostet das?

Rechne mit 40 bis 80 Euro im Jahr, in einzelnen Fällen bis zu 100 Euro. Diese Spanne nennt der ADAC, Stand 20. März 2026. Belegte Angebote im Vergleich:

PaketLeistungenPreis
ADAC-OrientierungswertAllgemeine Orientierung, keine feste Leistung40 bis 80 Euro pro Jahr, Einzelfälle bis 100 Euro
Kompletträder-PaketSichtprüfung, Profiltiefenmessung, Felgenwäsche, Neuwertversicherung49 bis 61 Euro je Satz und Halbjahr
Rundum-PaketUmstecken, Wuchten, Radwäsche, RDKS-Kalibrierung157 Euro je Saison
Quelle: adac.de (Stand 20.03.2026), Reifenfachhändler mit Point-S-Partnerschaft reifen-eckmann.de, euromaster.de - Preise abgerufen im September 2026

Viele große Werkstattketten nennen vorab keinen Preis, weil er von Filiale und Radgröße abhängt und erst nach dieser Auswahl entsteht. Umso wichtiger ist, worauf sich eine Zahl bezieht: auf ein Rad und eine Saison oder auf den ganzen Satz und ein Jahr, mit oder ohne Radwechsel. Den Rest bestimmen Radzahl, Laufzeit, Zusatzleistungen und Platzangebot. Bei OR24.de bekommst Du originale Räder und Kompletträder, eine eigene Einlagerung bieten wir nicht an.

Wie alt dürfen eingelagerte Reifen sein?

Darüber entscheidet nicht die Lagerdauer, sondern das Alter des Reifens. Der ADAC empfiehlt, einen Reifen unabhängig von der Profiltiefe spätestens nach acht bis zehn Jahren zu ersetzen. Das Alter liest Du auf der Flanke ab: Die DOT-Kennzeichnung endet auf vier Ziffern, erst die Produktionswoche, dann das Jahr. Die Kennung 2324 steht für die 23. Kalenderwoche 2024.

Bei Winterreifen ist der ADAC strenger: Nach etwa sechs Jahren büßen sie einen Teil ihrer Wintereigenschaften ein, von Winterreifen über acht Jahren rät der ADAC ausdrücklich ab. Beim Kauf gebrauchter Kompletträder zählt zusätzlich, ob wirklich ein Originalrad aus dem Werk vor Dir liegt.

Was bedeutet die Einlagerung rechtlich für den Betrieb?

Mit der Einlagerung wird der Betrieb zum Verwahrer fremden Eigentums. Schon die Annahme begründet nach Paragraf 688 BGB einen Verwahrungsvertrag, auch ohne Unterschrift und Formular. Daraus folgt die Obhutspflicht: Der Betrieb muss die Räder vor Verlust schützen und im angenommenen Zustand zurückgeben.

Verschwindet ein Radsatz, kehrt sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Beweislast um. Dann muss der Betrieb darlegen, dass er den Verlust nicht zu vertreten hat, nicht der Kunde das Gegenteil. Ein pauschaler Haftungsausschluss auf dem Auftragsformular hilft nicht: Freizeichnungsklauseln zu wesentlichen Vertragspflichten sind nach Paragraf 309 Nummer 7 BGB unwirksam. Sinnvoller ist ein schriftlicher Verwahrungsvertrag mit Preis, Dauer, Zustand bei der Annahme, Haftung und Verwertung bei Nichtabholung. Das ist die allgemeine Rechtslage, keine Rechtsberatung: Wird es streitig, gehört ein Anwalt an den Tisch.

Was tun, wenn eingelagerte Kundenräder fehlen?

Reifenlager mit einer auffällig leeren Stellfläche zwischen gestapelten Kompletträdern

Die Reihenfolge entscheidet. Zuerst dokumentierst Du den Fehlbestand, dann erstattest Du Anzeige, danach meldest Du den Schaden, und erst zum Schluss sprichst Du mit den Kunden. Anzeige und Schadenmeldung brauchen die Bestandsliste als Grundlage.

Schritt 1: Bestand abgleichen und dokumentieren

Geh das Lager Platz für Platz durch und halte alles schriftlich und mit Fotos fest. Zu jedem fehlenden Radsatz notierst Du Kunde, Fahrzeug, Radgröße, Teilenummer, Reifenmarke, Profiltiefe, den Zustand bei der Annahme und eine belegte Wertangabe. Dazu kommen Fotos der Regalreihen und aller Spuren am Gebäude. Grenze den Tatzeitraum ein und halte fest, wer Zutritt hatte. Diese Liste brauchst Du dreimal: für Polizei, Versicherer und Ersatzbeschaffung.

Schritt 2: Anzeige bei der Polizei

Die Anzeige ist formlos möglich, mündlich, schriftlich oder in einigen Bundesländern online. Mitnehmen solltest Du Ausweis, Einlagerungsnachweis, die Liste der fehlenden Radsätze, Rechnungen und Fotos. Einen gesonderten Strafantrag brauchst Du nicht, den verlangt Paragraf 248a StGB nur bei geringwertigen Sachen bis etwa 25 Euro. Lass Dir das Aktenzeichen geben: Ohne Anzeige wird ein Einbruchdiebstahl selten reguliert.

Schritt 3: Versicherung melden und Deckung prüfen

Melde den Schaden sofort, spätestens am nächsten Werktag. Verbindlich ist die Frist in Deiner Police, und wer zu spät meldet, riskiert eine Kürzung. Welcher Vertrag greift, hängt vom Tathergang ab:

VersicherungDeckt ab
BetriebshaftpflichtObhutsschäden meist ausgeschlossen, nur mit Zusatzeinschluss
Inhalts- und EinbruchdiebstahlversicherungÜblicher Vertrag bei Einbruch von außen
VertrauensschadenversicherungTaten eigener Mitarbeiter
Quelle: iww.de sowie Produktangaben der Versicherer

Schritt 4: Betroffene Kunden ansprechen

Sprich die Kunden früh an, bevor der Erste zum Wechseltermin kommt. In die Nachricht gehören vier Angaben: was passiert ist, dass Anzeige und Schadenmeldung raus sind, welchen Ersatz Du anbietest und bis wann Du ihn liefern kannst. Der letzte Punkt ist der wichtigste. Die Schuldfrage klärst Du mit Versicherer und Anwalt.

Woher kommt kurzfristig Ersatz für fehlende Räder?

Versandfertiger Satz originaler Kompletträder auf einer Palette

Der schnellste Weg führt über einen vorhandenen Bestand geprüfter Originalräder, nicht über eine Werksbestellung mit langer Lieferzeit. Für einen Betrieb heißt das: Sortiert nach Marke, Zollgröße und Ausführung lassen sich auch 20 bis 30 Radsätze gebündelt abdecken, solange es um Audi, BMW, Mercedes mit AMG und Porsche geht. Fehlt Dir als Fahrzeughalter ein einzelner Satz, gilt dasselbe in klein.

Wichtig ist, dass der Ersatz wirklich ein Original ist. Ein Nachbau sitzt selten sauber auf der Nabe und bringt die Werksfreigabe nicht mit. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Original und Zubehör, nicht das Alter des Rades.

Gebrauchte Originalräder statt Neuware und eine Sammelanfrage statt vieler Einzelbestellungen halten die Schadenssumme klein. Den Zeitwert klärst Du vorher mit dem Versicherer. Vorsicht bei auffällig günstigen Angeboten unbekannter Herkunft: Dort tauchen nach einem Diebstahl passende Radsätze auf, und auch nachgebaute Felgen werden als Werksware verkauft. Bei Kompletträdern müssen die RDKS-Sensoren angelernt und die Räder ausgewuchtet sein.

Schick uns Deine Suchliste, wir prüfen kurzfristig unseren Bestand. Am schnellsten geht es telefonisch unter +49 3831 66 77 110, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Deine Liste kannst Du an [email protected] schicken oder über das Kontaktformular auf OR24.de stellen.

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Wie beugst Du Verlusten im Reifenlager vor?

Ein Fehlbestand fällt meist spät auf, weil zwischen Annahme und Ausgabe niemand mehr ins Regal schaut. Dagegen helfen feste Gewohnheiten:

  • Kennzeichne jeden Radsatz eindeutig und hinterlege den Lagerplatz im System.
  • Zähle den Bestand zwei- bis dreimal im Jahr nach.
  • Lass nur benannte Personen ins Lager und dokumentiere Schlüssel und Codes.
  • Gib Räder nur gegen Quittung heraus, bei größeren Mengen nach dem Vier-Augen-Prinzip.
  • Schließe die Lagerbereiche ab, statt offene Regale im Durchgang zu nutzen.
  • Prüfe Deine Police auf den vollen Wert des eingelagerten Kundenbestands.

Fazit

Eine gute Einlagerung beginnt mit sauberer Vorbereitung, geht über die richtige Lagerposition und endet bei einer verlässlichen Dokumentation. Fehlen Kundenräder, zählt vor allem die Reihenfolge: Zuerst dokumentierst Du den Fehlbestand, dann gehen Anzeige und Schadenmeldung raus, und erst danach sprichst Du mit den Kunden. Die Ersatzbeschaffung startest Du am besten parallel zur Schadenmeldung.

Häufige Fragen

Das hängt davon ab, ob eine Felge im Reifen steckt. Kompletträder lagerst Du liegend gestapelt oder hängend, niemals stehend, weil sonst das Gewicht dauerhaft auf eine Stelle der Lauffläche drückt. Reifen ohne Felge stehen aufrecht und werden regelmäßig ein Stück weitergedreht, damit sie ihre runde Form behalten.

Der ADAC nennt 40 bis 80 Euro pro Jahr, in einzelnen Fällen bis zu 100 Euro. Pakete mit Sichtprüfung, Felgenwäsche und Neuwertversicherung liegen mit 49 bis 61 Euro je Halbjahr in dieser Größenordnung, ein Rundum-Paket mit Reifenwechsel, Wuchten und RDKS-Kalibrierung kann 157 Euro pro Saison kosten. Prüfe beim Vergleich, ob der Preis für ein Rad oder für den ganzen Satz gilt und ob der Radwechsel enthalten ist.

In aller Regel ja. Mit der Annahme zur Aufbewahrung entsteht nach Paragraf 688 BGB ein Verwahrungsvertrag und damit eine Obhutspflicht. Bei einem Verlust muss der Betrieb darlegen, dass er ihn nicht zu vertreten hat, nicht der Kunde das Gegenteil. Ein pauschaler Haftungsausschluss ist nach Paragraf 309 Nummer 7 BGB unwirksam. Den Einzelfall klärt am Ende ein Anwalt.

Über einen vorhandenen Bestand an geprüften Originalrädern statt über eine Werksbestellung. Schick Deine Suchliste mit Fahrzeug, Radgröße und Ausführung an [email protected] oder ruf unter +49 3831 66 77 110 an, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Wir prüfen den Bestand für Audi, BMW, Mercedes mit AMG und Porsche und melden uns mit dem, was sofort verfügbar ist.

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