Geschwindigkeitsindex (Speed Index) bei Reifen
Der Geschwindigkeitsindex (auch Speed Index oder Geschwindigkeitskategorie) ist einer der wichtigsten Codes auf Deinem Reifen – und wird trotzdem oft unterschätzt. Er entscheidet, bis zu welcher Höchstgeschwindigkeit der Reifen unter definierten Bedingungen sicher betrieben werden darf. Gerade bei leistungsstarken Fahrzeugen wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche ist das Thema nicht nur „nice to know", sondern kann Sicherheit, Zulässigkeit, Versicherung und HU/TÜV direkt betreffen.
Damit Du künftig in 30 Sekunden weißt, was Du brauchst, bekommst Du hier einen klaren Praxis-Guide – inklusive typischer Kombinationen für Premium-Fahrzeuge, Winter-/Sommer-Themen, Tuning-Fallen und konkreten Beispielen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Geschwindigkeitsindex genau?
- Speedindex Tabelle (die wichtigsten Werte)
- Wo steht der Geschwindigkeitsindex am Reifen?
- Welcher Geschwindigkeitsindex ist vorgeschrieben?
- Typische Speed-Index-Bereiche nach Marke (Praxis-Orientierung)
- Winterreifen: Darfst Du einen niedrigeren Speed Index fahren?
- Typische Fallen: Mischbereifung & große Felgen
- Speed Index vs. Tragfähigkeitsindex: Was ist wichtiger?
- Porsche-Spezial: Reifenspezifikationen (N-Kennung) und Speed Index
- Mini-Checkliste: So findest Du in 60 Sekunden den richtigen Speed Index
- Kurze Beispiele (Audi, BMW, Mercedes, Porsche)
- Fazit: Geschwindigkeitsindex ist Pflichtwissen – besonders bei Premium-Fahrzeugen
- FAQ – Häufige Fragen zum Geschwindigkeitsindex
Was ist der Geschwindigkeitsindex genau?
Der Geschwindigkeitsindex (Speed Index) ist ein Buchstabe am Ende der Reifenkennung. Er definiert, bis zu welcher maximalen Geschwindigkeit der Reifen freigegeben ist – vorausgesetzt, Luftdruck, Zustand und Belastung passen.

Speedindex Tabelle (die wichtigsten Werte)
Gerade bei Audi, BMW, Mercedes und Porsche sind diese Indizes in der Praxis besonders häufig:
| Index | Zulässige Geschwindigkeit | Typische Praxis |
|---|---|---|
| T | 190 km/h | selten bei Premium (eher kleinere Motorisierungen / ältere Fahrzeuge) |
| H | 210 km/h | oft bei Winterreifen, teils bei SUVs oder moderaten Motoren |
| V | 240 km/h | häufig bei vielen Serienmotorisierungen |
| W | 270 km/h | sehr häufig bei sportlichen Ausstattungen und großen Felgen |
| Y | 300 km/h | typisch bei S/RS, AMG, M, vielen Porsche-Setups |
| (Y) | über 300 km/h | High-Performance (modell- und freigabeabhängig) |
Wichtig: Je sportlicher (Gewicht, große Felgen, breite Reifen), desto eher landest Du bei W / Y.
Wo steht der Geschwindigkeitsindex am Reifen?

Du findest ihn am Ende der Größenbezeichnung, zum Beispiel:
- 225/45 R17 91W
- 255/35 ZR19 96Y
- 295/30 ZR20 101Y
Wichtig: Bei ZR handelt es sich um eine High-Speed-Kennzeichnung. Entscheidend bleibt trotzdem der Buchstabe am Ende (z. B. W oder Y).
Welcher Geschwindigkeitsindex ist vorgeschrieben?
Grundregel: Der Speed Index muss mindestens zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit Deines Fahrzeugs passen.
Die passenden Reifenkombinationen findest Du typischerweise in der COC-Bescheinigung (EG-Übereinstimmung) oder in Freigaben/Unterlagen bei Sonderkombinationen.
Konkretes Beispiel: Fahrzeug-Vmax: 250 km/h – Index V (240 km/h) ist zu niedrig. Du brauchst mindestens W (270 km/h) oder höher.
Typische Speed-Index-Bereiche nach Marke (Praxis-Orientierung)
Das ist keine starre Regel, aber eine sehr brauchbare Alltagseinordnung:
| Marke | Modellbereich | Typischer Speed Index |
|---|---|---|
| Audi | A3/A4/A5 (je nach Motor) | häufig V/W |
| S-Modelle | meist W/Y | |
| RS-Modelle | sehr oft Y, teils (Y) | |
| BMW | 3er/5er (je nach Motor) | häufig V/W |
| M Performance / M | oft W/Y | |
| Mischbereifung & große Felgen | Y sehr üblich | |
| Mercedes | C-/E-Klasse | häufig V/W |
| AMG | oft Y (bei schnellen Varianten teils (Y)) | |
| SUVs | je nach Motor V/W, AMG eher Y | |
| Porsche | Viele Modelle | sehr häufig Y |
| High-Speed-Freigaben | (Y) möglich | |
| Zusätzliche Spezifikationen | z. B. N-Kennung je nach Modell/Generation |
Winterreifen: Darfst Du einen niedrigeren Speed Index fahren?
Bei Winterreifen kann je nach Regelwerk und Einzelfall ein niedrigerer Index zulässig sein, wenn ein klarer Hinweis auf die maximal zulässige Reifen-Geschwindigkeit im Sichtfeld angebracht ist und Du diese Geschwindigkeit nicht überschreitest.

Beispiel: Fahrzeug-Vmax: 270 km/h – Winterreifen: H (210 km/h) => Kann zulässig sein, wenn korrekt gekennzeichnet und Du max. 210 km/h fährst.
In der Premium-Praxis werden Winterreifen aber häufig trotzdem in V oder W gewählt, weil Dimension, Gewicht und Leistung das oft nahelegen.
Typische Fallen: Mischbereifung & große Felgen
Gerade bei Audi, BMW, Mercedes und Porsche ist Mischbereifung häufig – z. B. vorne 255/35 R19, hinten 285/30 R19. Genau hier passieren die meisten Fehler.
- „Nur nach Größe" bestellt und den Speed Index übersehen
- Vorne/hinten nicht separat geprüft (Index kann abweichen)
- Winterradsatz: Index zu niedrig ohne korrekten Hinweis
- Performance-Modelle: Mindestindex oft höher als erwartet
Praxis-Tipp: Immer achsweise prüfen: Dimension, Load Index und Speed Index.
Speed Index vs. Tragfähigkeitsindex: Was ist wichtiger?
Beides ist Pflicht. Der Speed Index regelt die Geschwindigkeit, der Load Index die Traglast pro Reifen. Bei schweren SUVs oder Plug-in-Hybriden (Gewicht!) ist der Load Index häufig der Engpass – selbst wenn der Speed Index hoch genug wäre.
Besonders relevant bei:
- 19–23 Zoll Felgen
- SUVs und schwere Limousinen
- Plug-in-Hybriden
- hoher Zuladung / Anhängerbetrieb (modellabhängig)
Porsche-Spezial: N-Kennung & Freigaben
Bei Porsche findest Du häufig zusätzliche Herstellerkennzeichnungen (z. B. N0, N1, N2). Das ist nicht der Speed Index, sondern eine Porsche-Reifenfreigabe/Spezifikation je nach Modell/Generation.
Entscheidend bleibt: Dimension + Load Index + Speed Index müssen passen, und je nach Setup können Spezifikationen die saubere Lösung sein.

Kurze Praxisbeispiele (Audi, BMW, Mercedes, Porsche)
- Audi S/RS (20 Zoll): häufig Y; bei breiter Hinterachse den Index hinten extra prüfen.
- BMW mit M-Paket: Sommer oft W/Y, Winter je nach Dimension häufig V/W.
- Mercedes AMG: sehr oft Y (Leistung + Gewicht + niedrige Querschnitte).
- Porsche: häufig Y, teils kombiniert mit Spezifikationen (z. B. N-Kennung) für definierte Fahrdynamik.
Fazit
Der Geschwindigkeitsindex ist bei Premium-Fahrzeugen kein Nebenthema: Er hängt direkt an Sicherheit, Zulässigkeit und oft auch an der richtigen Rad-/Reifenkombination. Wenn Du nach dem Index auswählst, prüfe immer auch den Load Index sowie modellabhängige Freigaben – besonders bei Mischbereifung, großen Felgen und Performance-Modellen.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine fahrzeugspezifische Prüfung. Maßgeblich sind COC, zulässige Reifenkombinationen und ggf. Gutachten/Freigaben bei Sonderkombinationen.
Du hast weitere Fragen?
FAQ – Häufige Fragen zum Geschwindigkeitsindex
In der Praxis: meist ja, solange Dimension, Load Index und Freigaben stimmen. „Höherer Index" ist aber nicht automatisch „besser" für Komfort oder Geräusch.
Im Sommer oft nur dann, wenn Dein Fahrzeug nicht schneller kann. Bei Winterreifen kann ein niedrigerer Index je nach Einzelfall zulässig sein – wichtig ist die korrekte Kennzeichnung und dass Du die Reifenfreigabe nicht überschreitest.
Im Worst Case kann es zu Beanstandungen (z. B. bei HU/TÜV), versicherungsrechtlichen Fragen im Schadenfall und vor allem zu Sicherheitsrisiken kommen (Überhitzung/Strukturschäden bei hoher Geschwindigkeit).
Weil die Konstruktion (Karkasse, Gürtel, Mischung) auf hohe Temperatur- und Fliehkräfte ausgelegt ist – typisch bei starken Limousinen, AMG/M/RS und vielen Porsche-Modellen.
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